Rechte Israelis töten jugendlichen Palästinenser

Bild: Reuters

Nach dem Mord an drei entführten israelischen Jugendlichen dürfte in der Nacht auf Mittwoch ein Vergeltungsschlag verübt worden sein. In einem Wald bei Jerusalem ist die Leiche eines arabischen Jugendlichen gefunden worden. Er könnte von rechtsgerichteten Israelis entführt und getötet worden sein.

dürfte in der Nacht auf Mittwoch ein Vergeltungsschlag verübt worden sein. In einem Wald bei Jerusalem ist die Leiche eines arabischen Jugendlichen gefunden worden. Er könnte von rechtsgerichteten Israelis entführt und getötet worden sein.

Die Todesursache ist noch unklar. Die Leiche soll Brandspuren aufweisen.

Davor hatten in Jerusalem Hunderte Demonstranten Vergeltung verlangt. Die rechtsgerichteten Aktivisten skandierten Parolen wie "Tod den Arabern" und "Mohammed ist tot". In der israelische Hauptstadt entstand ein Stau, Polizisten mussten die Lage beruhigen.

Wer hat das Trio getötet?

Der israelische Polizeiminister Izchak Aharonovich hatte vor Racheaktionen gewarnt. Die seit dem 12. Juni vermissten Jugendlichen - Gilad Shaer, Naftali Fraenkel und Eyal Yifrah - waren am Montagabend tot aufgefunden worden. Israel macht die für ihre Ermordung. Die Hamas wiederum sprach von "Unterstellungen" und beschuldigte Israel, den Fall als Vorwand für weitere Militäraktionen gegen die Palästinenser zu benutzen.

Notfruf-Mitschnitt veröffentlicht

Israelische Medien haben erstmals den Notruf veröffentlicht, den Gilad Shaar, einer der drei getöteten Jugendlichen, kurz nach seiner Entführung abgesetzt hatte. "Ich bin entführt worden", flüstert eine Stimme zu Beginn der Aufnahme. Danach sind Schreie zu hören, und eine Stimme mit arabischem Akzent mahnt: "Kopf runter! Hände runter!"

Anschließend ist ein Geräusch zu hören, das an Schüsse erinnert. Ein Teil der Aufnahme ist noch unter Zensur. Die Polizisten, die den Notruf angenommen hatten, waren von einem Scherzanruf ausgegangen. Vier von ihnen wurden deshalb suspendiert.

Begräbnis mit Netanyahu-Rede

Die drei Burschen wurden am Dienstag im Beisein von Tausenden Trauernden in Modiin beerdigt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte bei dem Begräbnis: "Eine tiefe moralische Kluft trennt uns und unsere Feinde. Sie halten die Grausamkeit heilig und wir das Mitgefühl." Das sei das Geheimnis der Stärke Israels. "Sie halten den Tod heilig und wir das Leben."

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