Rechter Mob stürmt Parlament in Michigan

Am Donnerstag demonstrierten mehrere hundert Demonstranten vor dem Parlament in Michigan. Später drangen die teils Bewaffneten sogar ins Gebäude ein.

Gefährliche Szenen spielten sich am Donnerstag im US-Bundesstaat Michigan ab. Ein Mob bestehend aus mehreren hundert Demonstranten verschaffte sich gewalttätig Zutritt zum Parlamentsgebäude. Mittendrin: Die für die Demokraten agierende Senatorin Dayna Polehanki.

"Direkt über mir brüllen mich Männer mit Gewehren an. Einige meiner Kollegen tragen kugelsichere Westen. Noch nie war ich für die bewaffneten Sicherheitsleute so dankbar", twitterte sie direkt aus dem gestürmten Gebäude. Zuvor waren mehrere hundert rechte Demonstranten, teils mit Sturmgewehren, in das Parlament gestürmt.

Gegen das Gesetz haben sie dabei wohl nur bedingt verstoßen, denn das offene Tragen von Waffen ist in Michigan erlaubt. Der Wut des Mobs richtete sich vor allen Dingen gegen die demokratische Gouverneurin Michigans, Gretchen Whitmer. Diese hatte nämlich kurz zuvor den Ausnahmezustand verlängert.

Mob hatte Galgen mit

Die Szenen dürften schon beinahe bürgerkriegsähnlich gewesen sein, denn viele Demonstranten waren milizähnlich gekleidet. Auch einen Galgen hatten sie mit. Dieser war mutmaßlich für Whitmer bestimmt. Auf Schildern, die vor dem Parlament hochgehalten wurde, wurde die Gouverneurin mit Adolf Hitler verglichen.

Sich selbst sieht der Mob als Zusammenschluss jener, die für die verfassungsrechtlich gewährte Freiheit der US-Bürger eintritt. Verbale Unterstützung erfahren die auch in anderen Bundesstaaten aufmarschierenden Demonstranten ausgerechnet von US-Präsident Donald Trump. Schon vor zwei Wochen hatte dieser seine Anhänger zu Protesten gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen aufgefordert und sie dadurch angestachelt.

Michigan gilt als einer der Hotspots der Corona-Pandemie in den USA. Alleine in Detroit wurden mehr als 41.000 Infektionen und 3.800 Corona-Tote registriert. Auch, wenn die dramatischen Szenen anderes vermuten lassen. Mit ihrer restriktiven Politik hat Gouverneurin Whitmer die Mehrheit hinter sich. Laut einer aktuellen Umfrage stehen 63 Prozent der Befragten hinter ihrer Politik.

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