In den Amtsstuben der Republik tut man sich ja manchmal schwer damit, die Jugend richtig zu erreichen. Eine Jugend-Broschüre der Wiener Polizei sorgt nun auf sozialen Netzwerken für besonders befremdetes Kopfschütteln.
Nicht nur, dass die Info-Broschüre für Jugendliche rund 100 Seiten stark ist, sorgt für Schmunzeln. Auch die etwas sonderbare Wahl der Bebilderung des Themenabschnitts Rechtsradikalismus befremdet. Während etwa das Thema der islamischen Radikalisierung Silhouetten von Dschihadisten zu sehen sind, ist "Rechtsradikalismus" mit fröhlichen Jugendlichen bebildert.
"Banalität des Bösen?"
Ob die Polizei so darauf aufmerksam machen wollte, dass Rechtsradikalismus nicht unbedingt immer in Glatze und Bomberjacke daherkommt? So fragt sich auch ein Twitter-User: "Wie war das nochmal mit der 'Banalität des Bösen'?" Er bezieht sich auf ein berühmtes Buch der Philosophin Hanna Arendt.
Jedenfalls wirken die Jugendlichen vielen Twitter-Nutzern mit Victory-Pose etwas zu fröhlich und sympathisch. Lediglich der Jugendliche in der Mitte scheint so etwas wie einen Hitlergruß in die Kamera zu gestikulieren.
Broschüre wird derzeit überarbeitet
Ins Rollen brachte die Sache der Pädagogische Bereichsleiter der Wiener Jugendzentren, Werner Prinzjakowitsch. "Liebe LPD Wien, bei der Bildsprache eurer neuen Jugendbroschüre ist wohl bezüglich Rechtsextremismus ordentlich etwas schiefgegangen, oder wie seht ihr das?", fragte er über Twitter nach.
Die Landespolizeidirektion bestätigte die Echtheit der Broschüre und erklärte, dass sie "derzeit überarbeitet" werde.
(red)