Bei den Launch-Events Anfang des Monats präsentierten die meisten Teams nur ihre Lackierung, die echten Boliden drehten erstmals am Donnerstag in Bahrain ihre Testrunden.
Da schauen die schlauen Köpfe der Rennställe natürlich ganz genau bei der Konkurrenz hin. Red-Bull-Boss Helmut Marko hat allerdings keine Angst vor allzu großer Spionage.
"Die Budget-Obergrenze lässt solche Spielereien nicht mehr zu. Keiner kann sich mehr leisten, etwas zu übernehmen, von dem er nicht hundertprozentig sicher ist. Jede Kopie muss ins Gesamtteil passen. Von vorne nach hinten – und vor allem unten durch. Also dort, wo die größten Geheimnisse liegen", sagt der Steirer beim "Blick".
Ein Überschreiten der Budget-Obergrenze hatte bei Red Bull eine Strafe zufolge, die Zeiten im Windkanal wurden drastisch gestrichen. Marko weiß: "Bei uns muss 2023 jede Veränderung passen. Da gibt's keinen Spielraum mehr für Experimente. Aber bei Red Bull sind alle so routiniert, dass wir das Handicap ausgleichen können."
Allzu viel hat das rot-weiß-rote Team am Auto nicht verändert: "Wir schauen erstmals seit vielen Jahren zu Beginn der Testfahrten sehr solide aus. Weil das Reglement relativ stabil geblieben ist, gab es eben nur eine Evolution und keine Revolution."
Die Bestzeit am ersten Testtag ging an Weltmeister Max Verstappen. Der Niederländer, der als einziger Pilot im Feld den gesamten Testtag bestritt, mit seinem RB19 insgesamt 157 Runden drehte, war mit 1:32,837 der Schnellste, gefolgt von Überraschungsmann Fernando Alonso, der bei seiner ersten Ausfahrt mit dem Aston Martin gleich auf Rang zwei fuhr, nur 29 Tausendstel Rückstand hatte. Carlos Sainz entschied das Ferrari-Duell knapp für sich, wurde Dritter (+0,416), gefolgt von Charles Leclerc auf Rang vier (+0,430). Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton zeigte als Sechster auf (+0,671), der Mercedes wirkte deutlich stabiler, hatte kaum mit Porpoising zu kämpfen, Teamkollege George Russell fuhr auf Rang neun (+1,337). Die Überraschung des Tages war Williams-Pilot Alex Albon als Siebter (+0,834). Der zweite Red-Bull-Pilot Sergio Perez war der einzige Fahrer, der keine Runde absolvierte, erst am Freitag ins Auto steigen wird.