Zwei der bisher ausgetragenen drei Saisonrennen konnte Ferrari-Pilot Charles Leclerc gewinnen, an allen Rennwochenenden waren die Italiener pfeilschnell. Weltmeister Max Verstappen musste derweil zwei Ausfälle hinnehmen. Verstappens Rückstand auf den Monegassen beträgt bereits 46 Punkte.
Deshalb ist Red Bull beim Europa-Auftakt besonders gefordert. Auch weil in Imola gefahren wird, Ferrari ein Heimspiel hat. Deshalb bringen die Bullen einige neue Teile zum Großen Preis der Emilia Romagna. Da jedoch erstmals in der Saison ein Sprint-Qualifying auf dem Programm steht, bleibt bloß ein Freitagstraining, um diese auch zu testen.
"Es ist ganz klar: Ferrari hat ein derart komplexes, aber einfach abzustimmendes Pakt, da muss alles stimmen, dass wir dagegenhalten können", erzählte Red-Bull-Berater Helmut Marko bei "RTL". "Genau deshalb gehen wir dieses Risiko, mit nur einem Training neue Teile zu bringen. Wir wollen voll attackieren und sehen darin unsere Chance", ergänzte der Grazer.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto meinte bereits, die Scuderia werde aufgrund des engen Terminplans auf Upgrades am SF-75 verzichten. Das kann sich der österreichische Rennstall allerdings aufgrund des bereits großen Rückstands aber nicht erlauben.
Red Bull kämpft vor allem mit dem Übergewicht des RB-18. Der Bolide ist einfach zu schwer. Und das kostet entscheidende Zehntelsekunden. Also muss der Bolide "abspecken". "Das ist wie beim Menschen. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langwieriger Prozess, da wir einiges an Übergewicht haben", ergänzte Marko weiter.
Ob die neuen, leichteren Karbonteile am Boliden tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen, wird sich wohl schon im Qualifying am Freitagabend (17 Uhr) zeigen. "Wenn wir bis Barcelona (22. Mai, Anm.) annähernd auf Ferrari-Niveau kommen, sind wir eigentlich glücklich."
Allerdings bereiten den Bullen auch Temperaturveränderungen Kopfzerbrechen. Ferrari würde seine Autos ideal ins richtige Fenster bringen. In Australien hätten der Temperaturanstieg und Setup-Änderungen dazu geführt, dass Red Bull im Rennen am Sonntag nicht mehr konkurrenzfähig war. "Wir waren letztlich chancenlos", so Marko. Nun soll mit dem leichter gewordenen RB-18 der Umschwung gelingen.