Formel 1

Regelbruch bei Red Bull: Hamilton hatte einen Verdacht

Der vermeintliche Budget-Skandal in der Formel 1 schlägt weiter hohe Wellen. Lewis Hamilton hatte offenbar schon 2021 eine Vorahnung.

Heute Redaktion
Lewis Hamilton hatte schon 2021 einen Verdacht, dass Red Bull die Budgetregeln gebrochen habe.
Lewis Hamilton hatte schon 2021 einen Verdacht, dass Red Bull die Budgetregeln gebrochen habe.
Imago Images

Bereits vor dem Großen Preis von Singapur platzte die Bombe. Zwei Teams - Medienberichten zufolge soll es sich dabei um Red Bull Racing und Aston Martin handeln - sollen in der Saison 2021 die damals gültige Budgetdeckelung von 145 Millionen Dollar gebrochen haben. Besonders pikant: Max Verstappen krönte sich im dramatischen WM-Finale von Abu Dhabi zum Weltmeister.

Seit den Enthüllungen wird jedenfalls eifrig spekuliert, vor allem, ob es sich um einen geringfügigen oder einen schweren Verstoß handelt. Die Grenze liegt bei einer Überschreitung von fünf Prozent, etwa sieben Millionen Dollar. Einer "Sky"-Meldung zufolge sollen beide Teams jedenfalls unter dieser Grenze liegen. Damit ist ein WM-Ausschluss nicht mehr möglich. Allerdings können die Sanktionen von einer Geldstrafe über die Reduktion von Testzeiten bis hin zu einem Punktabzug oder dem Ausschluss von einzelnen Rennwochenenden reichen.

    Grand Prix von Singapur: "Heute" präsentiert die Piloten-Noten der Experten von "Formelaustria.at".
    Grand Prix von Singapur: "Heute" präsentiert die Piloten-Noten der Experten von "Formelaustria.at".
    IMAGO/PanoramiC

    Die vom Motorsport-Weltverband FIA zunächst für Mittwoch angekündigte Veröffentlichung der Finanzzertifikate wurde kurzfristig auf Montag - damit nach dem Rennwochenende von Suzuka - verschoben. Beide Teams bekräftigen jedenfalls, unschuldig zu sein und die Budgetregeln eingehalten zu haben. Red-Bull-Teamchef Christian Horner und Red-Bull-Motorsportboss Helmut Marko sprachen bereits von "Rufschädigung".

    Hamilton hatte einen Verdacht

    Vor dem Großen Preis von Japan meldete sich nun Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton zu Wort, deutete dabei an, bereits im vergangenen Jahr einen Verdacht geschöpft zu haben. Schließlich konnte Red Bull immer wieder neue Updates ans Auto bringen. Die Kapazitäten bei Mercedes waren aber ausgeschöpft. "Ich weiß nicht, ob es einen Regelbruch gab. Aber ich erinnere mich, dass man immer wieder nach Updates gefragt hat. Ich erinnere mich, dass wir in Silverstone unser letztes Update bekommen haben, das drei Zehntel ausgemacht hat und weniger als eine Million Dollar kostete. Dann habe ich aber die Trucks von ihnen gesehen, die immer wieder neue Updates gebracht haben. Und ich dachte mir nur: ,Es könnte schwer werden, sie in der Weltmeisterschaft zu schlagen´", so der Brite.

    "Es wäre so wichtig gewesen, eine halbe Million Dollar mehr zu haben, dann hätten wir einen neuen Unterboden bringen können. Das hätten wir leicht machen können. Aber es war nicht Teil des Spiels", deutete der Siebenfach-Weltmeister an, dass sich bloß Mercedes an die Kostendeckelung gehalten habe.

    Nur logisch, dass Hamilton drakonische Strafen forderte. "Es wäre schlecht für den Sport, wenn keine Maßnahmen ergriffen würden. Es würde unsere Werte und die Integrität des Sports in Frage stellen", so Hamilton.

    Theoretisch könnte der Brite bei einem Red-Bull-Punkteabzug rückwirkend den Fahrer-Titel der Saison 2021 erben. Derartige Spekulationen bezeichnete der 37-Jährige allerdings als "peinlich".

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