Österreich

Regenschirm ins Auge gerammt: Drei Jahre Haft

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:30

Ein 25-Jähriger stach seiner 22-jährigen Ehefrau die Spitze eines Regenschirms ins Auge. Das rechtskräftige Urteil: Der Afghane muss für drei Jahre hinter Gittern.

Die Anklage des Mordversuchs wurde fallen gelassen. Die Geschworenen einigten sich darauf, dass es sich bei der Tat um eine absichtliche schwere Körperverletzung handelte.

Streit war der Auslöser

Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. Mai: Der Afghane kam von einer langen Party-Nacht nach Hause und begann Daheim zu randalieren, um zu "provozieren". Dabei kam es zu einem Streit mit seiner Ehefrau, worauf die 22-Jährige mit ihrer Tochter aus der Wohnung.

„Ich bin hinterher, um mich zu entschuldigen", meinte der Angeklagte. Da es an dem Tag regnete, nahm er auch einen Regenschirm mit. Im Stiegenhaus sei es dann erneut zu einer Auseinandersetzung gekommen, woraufhin der 25-Jährige dem Opfer die Spitze des Schirms ins Auge rammte.

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Der Afghane gab vor Gericht an, dass er gar nicht mitbekommen habe, dass er seine Frau lebensgefährlich verletzt hätte. Außerdem sei genau in dem Moment das automatische Licht im Stiegenhaus ausgegangen.

Aussage des Opfers wurde mildernd gewertet

Das Gericht wollte dem Angeklagten jedoch nicht ganz glauben und ging vorerst von einer Tötungsabsicht aus. Grund dafür war, dass der Regenschirm wohl so wuchtig ins Auge gerammt wurde, dass sogar ein Hirnlappen verletzt wurde.

"Es ist ein Glücksfall, dass kein größeres Blutgefäß beschädigt wurde", führte Gerichtsmediziner Christian Reiter in seinem Gutachten aus. Die Frau dürfte nicht mit schwerwiegenden Dauerfolgen rechnen.

Mildernd wurde die bisherige Unbescholtenheit des 25-Jährigen gewertet. Darüber hinaus gab das Opfer vor Gericht an, dass sie noch nie von ihrem Mann geschlagen wurde. Auf die Frage der Staatsanwältin, wie die Beziehung nun weitergehen würde, antwortete die 22-Jährige: "Ich habe nicht die Absicht, mich zu trennen, aber derzeit möchte ich nicht mit ihm zusammenkommen."

Nun muss der Afghane drei Jahre hinter Gittern. Zusätzlich muss er seiner Ehefrau 8.140 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das Urteil ist rechtskräftig. (slo)