Regierung kürzt Schul-Bonus von bedürftigen Kindern

Bedürftigen Familien steht heuer ein Fünftel weniger Beihilfe für Schulsachen zur Verfügung (Symbolbild)
Bedürftigen Familien steht heuer ein Fünftel weniger Beihilfe für Schulsachen zur Verfügung (Symbolbild)Getty Images
Für Schulmaterial bekommen Familien, die Mindestsicherung beziehen, einen Gutschein. Die Beihilfe wurde heuer von rund 100 € auf 80 € gekürzt.

Die Regierung greift Kindern, deren Familien Mindestsicherung beziehen, zum Schulstart mit 80 Euro unter die Arme. Eine Gutscheinaktion des Sozialministeriums soll helfen, die Kosten für Schulsachen zu stemmen. Heuer fällt die Beihilfe aber geringer als im Vorjahr aus, deckt SP-Bildungssprecherin Petra Tanzler auf. Denn 2021 gab es rund 100 Euro für bedürftige Kinder.

Ein Fünftel weniger Geld

Bisher wurden keine Gutscheine, sondern „Schulstartpakete“ ausgegeben, die je nach Bedarf unterschiedliche Schulsachen enthielten. Eltern konnten zwischen Paketen wählen, der jeweilige Inhalt konnte aber nicht variiert werden. Die Umstellung auf den Gutschein erlaubt Familien jetzt, genau diejenigen Schulartikel auszuwählen, die sie benötigen. Der Warenwert der Pakete ergab im Schnitt damals rund 100 Euro. Heuer gibt es um ein Fünftel weniger Geld.

„Kinderarmut ist in Österreich schon heute ein großes Problem und das Problem wird durch eine Bundesregierung, die im Kampf gegen die Teuerung versagt, schlimmer. Ich will nicht, dass man in Österreich ab September Kinder aus ärmeren Familien daran erkennt, dass sie keine Schultasche, oder kein Federpenal haben!“
SP-Bildungssprecherin Petra Tanzler

Gutschein für Familien mit Mindestsicherung

Anspruchsberechtigt sind armutsgefährdete Schüler von der Volksschule bis zur Oberstufe. Familien, die Mindestsicherung beziehen, bekommen per Post ein Infoschreiben. Der Brief kann bei der Volkshilfe gegen einen Gutschein im Wert von 80 Euro eingetauscht werden. Einlösbar ist der Schein aber nur bei Pagro Diskont und Libro-Filialen, und das nur zwischen 16. August und 2. Oktober.

Geld aus EU-Mitteln

Finanziert wird der Gutschein zu 85% aus Mitteln der EU. Im Vorjahr waren fast 50.100 Schüler bezugsberechtigt, 41.680 Pakete wurden ausgegeben. Die EU schoss damals 6 Mio. Euro zu, heuer suchte das Sozialministerium nur um 2,8 Mio. Euro an. Warum, ist offen. Das Sozialministerium war für eine Stellungnahme gegenüber "Heute" bislang nicht erreichbar.

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