Politik

Regierung streitet um Steuer-Standort Österreich

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:51

Verlassen große Konzerne Österreich wegen Steuernachteilen? Oder kommen sie wegen gut ausgebildeter Arbeitskräfte und Infrastruktur? SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder sagte am Montag zu einer Fekter-Studie, wonach Konzerne abwanderten, sie solle Österreichs Wirtschaft "nicht schlecht reden".

Verlassen große Konzerne Österreich wegen Steuernachteilen? Oder kommen sie wegen gut ausgebildeter Arbeitskräfte und Infrastruktur? SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder sagte am Montag zu einer Fekter-Studie, wonach Konzerne abwanderten, sie solle Österreichs Wirtschaft "nicht schlecht reden".

Schieder kritisiert zur kolportierten Firmen-Abwanderungen aus Österreich: "Finanzministerin Fekter wäre gut beraten, Österreichs Wirtschaft nicht schlecht zu reden und stattdessen Politik auf Basis seriöser Zahlen zu machen. Immerhin belegt das ÖVP-Wirtschaftsressort bzw. die Austrian Business Agency, dass sich seit 1982 weit über 2.000 internationale Betriebe in Österreich angesiedelt haben, die Investitionssumme lag bei insgesamt 6,5 Milliarden Euro".

Und der Staatssekretär weiter: "Ebenfalls verschwiegen wird von Fekter, dass im Zeitraum 2008 bis 2012 weit mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden, als durch Unternehmensabwanderungen verloren gingen", kritisiert Schieder die einseitige Darstellung und fordert gleichzeitig "mehr Seriosität in der finanzpolitischen Debatte" ein.

94.000 neue Arbeitsplätze

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) hat in einer Reaktion auf die Studie des Finanzministeriums zu Folgen der Abwanderung von Konzernen betont, dass in den vergangenen vier Jahren in Österreich 94.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien, während gleichzeitig europaweit Millionen Jobs verloren gegangen seien. "Österreich ist zudem das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in der EU", so der Minister am späten Sonntagabend in einer Aussendung.

 In der am Sonntag bekannt gewordenen Expertise des Finanzministeriums wird ein Abgabenausfall von 1,26 Mrd. Euro und ein Verlust von 70.000 Arbeitsplätzen durch die Absiedlung von Unternehmen zwischen 2008 und 2012 errechnet. Die Ministeriumsexperten warnen vor mangelnder Rechtssicherheit im Steuerrecht angesichts von Forderungen nach Abschaffung der Gruppenbesteuerung und Erhöhung von Unternehmenssteuern.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen