Szene

Regisseur Polanski droht Ausweisung in die USA

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:14

Schlappe für Roman Polanski (76): Nachdem der Regisseur am Wochenende überraschend bei der Einreise in die Schweiz festgenommen wurde, distanziert sich die französische Regierung von ihm. Jetzt könnte er in die USA ausgeliefert werden.

Noch am Montag hatte Frankreichs Außenminister Polanskis Freilassung gefordert. Jetzt muss sich der in Auslieferungshaft sitzende Starregisseur ("Tanz der Vampire"), der die französische und polnische Staatsbürgerschaft hat, anscheinend doch in den USA wegen Sex mit einer 13-Jährigen verantworten.

Der Fall aus L.A. liegt bereits 31 Jahre zurück. Polanski bekannte sich damals schuldig, floh allerdings vor der Urteilsverkündung und betrat die USA nie wieder.

"Polanski nicht über dem Gesetz"

Luc Chatel, Sprecher der französischen Regierung, sprach sich gegen eine privilegierte Behandlung aus, sagte, Polanski müsse sich der Justiz stellen. Schließlich sei er „weder über noch unter dem Gesetz“. Chatel weiter: „Hier ist eine juristische Prozedur für eine ernsthafte Angelegenheit – Vergewaltigung einer Minderjährigen – im Gange. In der Sache sind das amerikanische und Schweizer Justizwesen am Werk.“ Außenminister Bernard Kouchner, der zuerst den Zugriff der Behörden zunächst als „ein bisschen link“ bezeichnet hatte, ruderte nun zurück. „Niemand steht über dem Gesetz“, sagte er in einem Interview mit Radio Moskau.

Eine Organisation, die sich um missbrauchte Kinder kümmert (Survivors Network of those Abused by Priests, SNAP), rief inzwischen zum Boykott von Polanski-Filmen auf.

Bill Bratton, Polizeichef von Los Angeles, sagte in einem Radiointerview: „Bringt ihn zurück und werft ihn für die nächsten 20 Jahre ins Gefängnis. Heute gibt es dafür mindestens 18 bis 20 Jahre, wenn man eine 13-Jährige betrunken macht und sich dann an ihr vergeht“, so Bratton.

Zu den prominenten Unterstützern Polanski zählen etwa Martin Scorsese, Woody Allen, David Lynch, Pedro Almodovar und Wim Wenders.

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