Reinhold Würth packt aus

40 Milliarden: Das Erfolgsrezept des "Schraubenkönigs"

Reinhold Würth, Gründer des größten europäischen Schraubenkonzerns, spricht über die Bedeutung von Lob und Unternehmenskultur.
Team Wirtschaft
10.10.2026, 06:45
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Reinhold Würth hat den kleinen Betrieb seines Vaters zu Europas größtem Schraubenkonzern ausgebaut. Heute beschäftigt das Unternehmen über 80.000 Menschen und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro.

Laut "Forbes" beläuft sich das Vermögen des 91-Jährigen auf rund 40 Milliarden Dollar. Die Führung des Unternehmens gibt Würth nun an die nächste Generation ab.

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Ein Lehrling im Familienbetrieb

Im Interview mit dem Magazin "The Pioneer" erzählt Würth, wie die Unternehmenskultur seines Vaters ihn geprägt hat. Bereits mit 14 Jahren nahm ihn sein Vater Adolf Würth von der Schule, um ihn als Lehrling im eigenen Schraubenhandel auszubilden.

Wie "l'essentiel" berichtet, war dabei eine wichtige Lektion das Zurückhalten von Lob: "Mein Vater war näher bei den Schwaben. Dort sagt man: Nichts gesagt ist genug gelobt."

Er erinnert sich an eine seiner ersten erfolgreichen Verkaufsreisen als Jugendlicher. Als er mit vielen Aufträgen zurückkam, zeigte der Vater nur verhaltene Anerkennung und sagte: "Na ja, ist schon nett."

Später erfuhr Würth von seiner Mutter, dass der Vater ihn im Stillen sehr wohl gelobt hatte. Für Würth wurde diese Erfahrung zur entscheidenden Lehre: "Das habe ich später umgedreht und die Leute gelobt."

Lob als Grundpfeiler des Erfolgs

Würth legt seitdem großen Wert darauf, seine Mitarbeiter zu loben und ihnen Respekt zu zeigen. "Ich versuche, Dankbarkeit, Bescheidenheit und Demut an meine Mitarbeiter weiterzugeben. Dabei verbiete ich geradezu Arroganz", betont er.

Für Würth ist Lob ein zentrales Element der Unternehmenskultur. Neben Qualität und Profitabilität sieht er 60 Prozent des Unternehmenserfolgs in der gelebten Kultur begründet. "Es sind nicht diese hochintellektuellen und geschliffenen Systeme, die einen Betrieb erfolgreich machen können, sondern es sind die Menschen."

Wie sein Vater setzt er zudem auf eine praxisnahe Ausbildung. Auch die nächste Generation, darunter sein Enkel Benjamin Würth, absolviert Verkaufsreisen. Während seiner Lehrzeit war Benjamin sogar im Monsunregen Indiens mit dem Motorrad unterwegs.

Reinhold Würth blickt daher mit Zuversicht in die Zukunft: "Der weiß ganz genau, woher das Unternehmen kommt und wohin es geht."

tmw,10.10.2026, 06:45