Nach dem Aluhut kommt jetzt der Alupass: Aus Angst, dass Kriminelle ihnen im Vorbeigehen die Passdaten klauen, wickeln immer mehr Reisende ihr Reisedokument in Küchenfolie ein. Doch wie berechtigt ist diese Sorge wirklich?
Ein Technik-Journalist hat den Selbstversuch gewagt und mit einem iPhone versucht, Passdaten auszulesen. Das Ergebnis: Das Handy muss etwa einen Zentimeter nahe am Pass liegen - und das sieben Sekunden lang ruhig. Bei zwei Zentimetern Abstand funktioniert gar nichts mehr.
Der gefürchtete Überfall am Flughafen sieht also so aus: Ein Fremder presst sieben Sekunden lang sein Handy auf deine Jackentasche - und du lässt ihn gewähren. Das ist schlicht unrealistisch, berichtet inside digital.
Noch wichtiger: Seit 2005 haben deutsche Reisepässe einen eingebauten Schutz. Der Chip lässt sich erst auslesen, wenn das Lesegerät die aufgedruckten Daten bereits kennt. Wer diese Infos schon hat, braucht sie nicht mehr per Funk zu stehlen.
Das Problem ist ein ganz anderes: Die größte Gefahr sind Passfotos, die ungeschwärzt per WhatsApp verschickt werden - etwa an den Vermieter. Diese Bilder liegen dann ewig im Chatverlauf und liefern genau jene Daten, die für einen Chip-Zugriff nötig wären.
Übrigens: Die Alufolie kann den Pass auch beschädigen. Im Gepäck kann sie knicken oder am Passheft reiben. Wird dabei der Chip zerstört, drohen bei der Einreise Probleme.
Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, greift besser zu einer speziellen RFID-Schutzhülle. Die kostet nur wenige Euro und ist praktischer als der Küchentrick. Fazit: Die Alufolie kann zurück in die Schublade.