Rekordfund bei Glückspiel-Razzia in Wien-Ottakring

 Finanzpolizei hebt illegale Glücksspielhölle in Wien-Ottakring aus
Finanzpolizei hebt illegale Glücksspielhölle in Wien-Ottakring ausBMF
Die Finanzpolizei lässt im Kampf gegen die Glücksspielmafia nicht locker. Jetzt machte sie in einem Lokal in Wien-Ottakring einen Rekordfund.

Am Mittwochabend gelang der Finanzpolizei gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Wien ein großer Schlag gegen die organisierte Kriminalität. In einem Erdgeschoßlokal in Wien-Ottakring, in dem laut Anrainer auch Drogensüchtige ein- und ausgingen, hoben die Beamten eine illegale Glückspielhölle aus.

Rekordaufgriff von 18 Automaten in einem einzigen Lokal

Das amtsbekannte Lokal, in dem bereits bei einem vergangenen Einsatz 12 Automaten beschlagnahmt wurden, war mit einer Zugangsschleuse mit elektrisch gesicherter Magnettüre, einem massiven Metallriegel und Überwachungskameras gesichert. Mithilfe eines Schlossers verschafften sich die Beamten Zutritt zur illegalen Glückspielhölle.

Dort machten die Finanzpolizisten einen Rekordfund: 18 illegale Glücksspielautomaten sowie ein Ein- und Auszahlungsgerät waren dort in Betrieb. An den Geräten waren gerade drei Spieler und ein Aufpasser anwesend, die weder die Corona-Schutzmaßnahmen noch die Nichtraucherbestimmungen einhielten. Das Lokal wies außerdem keinen Fluchtweg auf.

Bei der Kontrolle des Aufpassers stellte sich heraus, dass dieser Notstandshilfe bezog und in dem Lokal "schwarz" arbeitete. So fanden die Beamten in seinem "Aufpasser-Kammerl" ein Kuvert mit 1.000 Euro vor, das dieser nach eigenen Angaben für drei Wochen Arbeit erhalten hatte.

"Mafiöse Strukturen breiten sich in Wien aus"

"Wir beobachten, dass sich besonders in Wien zuletzt wieder mafiöse Strukturen mit illegalen Spielhöllen ausgebreitet haben. Dabei werden nicht nur sämtliche Abgaben und Steuern hinterzogen, sondern das illegale Glücksspiel findet unkontrolliert und ohne Spielerschutz an oftmals manipulierten Automaten statt. Besonders gefährlich ist dabei die fatale Kombination aus Drogen und Glücksspiel sowie die Begleitkriminalität", erklärt Finanzminister Gernot Blümel.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP): "Die Finanzpolizei wird auch weiterhin gegen illegales Glücksspiel kämpfen".
Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP): "Die Finanzpolizei wird auch weiterhin gegen illegales Glücksspiel kämpfen".GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Das Lokal wurde von der Polizei geschlossen, die Glücksspielautomaten abtransportiert. Für die Betreiber setzte es Anzeigen wegen des Anbietens illegalen Glücksspiels und gegen den Aufpasser, der Notstandshilfe bezieht, wegen Sozialbetrugs.

Eine Million Euro Strafe droht

Die griechische (Wiederholungs-)Tätergruppe hat mit dem höchsten Strafrahmen von bis zu 60.000 Euro je Glücksspielgerät und in Summe somit mehr als eine Million Euro Strafe zu rechnen. 

"Der hohe Kontrolldruck der Finanzpolizei und erfolgreiche Einsätze wie jener von gestern Nacht [30. Juni, Anm. d. Red.] bringen die kriminellen Betreiber massiv unter Druck. Die Finanzpolizei wird auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Polizei die kriminellen Betreiberbanden massiv unter Druck setzen und weiter gegen illegales Glücksspiel kämpfen", so Blümel.

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