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Rekrut der Navy Seals (24) stirbt nach "Höllenwoche"

Die Ausbildung zum Elitesoldaten der Navy Seals verlangt den Teilnehmern alles ab. Nun fiel ein 24-Jähriger den Strapazen der "Höllenwoche" zum Opfer.
20 Minuten
08.02.2022, 11:54

Wie die US Navy bestätigte, starb der 24 Jahre alte Rekrut Kyle Mullen aus New Jersey in einem Spital in San Diego. Er und seine Mitrekruten hatten zuvor im Ausbildungszentrum in Coronado die berüchtigte "Höllenwoche" erfolgreich beendet. Während dieser Phase der Ausbildung absolvierten die Teilnehmenden einen Kurs namens Basic Underwater Demolition Class, zu Deutsch Zerstörung unter Wasser.

Einige Stunden nach Beendigung eines Lehrganges bekamen Mullen und ein Mitsoldat gesundheitliche Probleme und wurden ins Spital gebracht. Während sein Kollege sich derzeit erholt, starb Mullen am Freitag, wie die Navy am Tag darauf mitteilte. Die genaue Todesursache wird derzeit ermittelt.

Der 24 Jahre alte Mullen war ein erfolgreicher Footballspieler. Er spielte für die Teams der Yale- und der Monmouth-Universität und half letzteren, 2019 eine Meisterschaft zu gewinnen. Auch im Basketball glänzte der junge Mann aus Manalapan, New Jersey. "Kyle war auf dem Spielfeld immer hochmotiviert, aber er stach vor allem wegen seiner Intelligenz, seiner Reife und dem Einsatz für seine Mitspieler heraus", so Kevin Callahan, Trainer der Monmouth Hawks.

"Ultimativer Test für den Willen und das Team"

Die sogenannte "Höllenwoche" findet in der vierten Woche der Ausbildung statt. Dies ist ein fünfeinhalb Tage dauernder Lehrgang, während dem die Rekruten eine Reihe von schwierigen Aufgaben zu bewältigen haben und während dessen sie mehr als 20 Stunden körperliches Training pro Tag bewältigen müssen und über 320 Kilometer rennend zurücklegen. Die Teilnehmenden sind fast ständig in Bewegung und müssen Kraftübungen wie Liegestütze und Situps absolvieren, durch den Sand robben, Boote durch die Brandung paddeln und vieles mehr. Die Marine beschreibt es als "ultimativen Test für den Willen eines Mannes und das Teamwork der Klasse".

In den vergangenen zwei Jahrzehnten kamen während der Ausbildung zum Navy Seal insgesamt 17 Teilnehmende ums Leben. Der letzte Fall datiert von 2016, als Rekrut Derek Lovelace während einer Übung in einem Pool ertrank. Dabei mussten die Rekruten mit voller Ausrüstung schwimmen. Lovelace wurde vom Ausbildner mindestens zweimal unter Wasser gedrückt, weshalb sein Fall zuerst als Totschlag eingestuft wurde, bevor die Navy die Ermittlungen schließlich einstellte.

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