"Relicta" im Test: Rätsel in atemberaubender Grafik

"Relicta" vereint Ego-Perspektive mit jeder Menge Rätsel und einer spannenden Geschichte. Erinnerungen an das fantastische "Portal" werden wach.

Denkt man an Puzzle- und Rätselspiele, kommt dem Kenner unweigerlich "Portal" in den Sinn. Zwar erschienen über die Jahre immer wieder abwechslungsreiche Genre-Games wie "The Witness" oder "The Talos Principle", eine solch spannende Handlung wie in "Portal" und seinem Nachfolger gab es dennoch nur selten. Das ändert "Relicta". Hier stehen auch Rätsel und Puzzles im Mittelpunkt, bei der Story muss sich das Game von den Entwicklern Mighty Polygon aber nicht verstecken.

Der Spieler übernimmt die Kontrolle über die Physikerin Angelica Patel, die er künftig in der Ich-Perspektive steuert. Als sie in der lunaren Forschungseinrichtung namens Chandra Base eine Vorrichtung testet, die Magnetismus und Schwerkraft manipulieren kann, wird das anwesende Team samt Patels Tochter durch einen Unfall voneinander getrennt. Um das Leben der Tochter und des Teams zu retten, muss der Spieler nun die noch aktien Experimente abschließen.

Erst einfach, dann knifflig

Die Aufgabe klingt zunächst einfach: Verschiedene Würfel müssen in Mechanismen eingesetzt werden, die wiederum Energiefelder abschalten, welche den weiteren Weg versperren. Über den futuristischen Anzug der Physikerin können die Würfelfarben dabei verändert werden, um sie in die jeweiligen Mechanismen der verschiedenfarbigen Energiefelder einsetzen zu können. Doch schnell kommen jede Menge Physik-basierte Eigenheiten dazu.

So stoßen sich gleichfarbige Felder wie die Pole eines Magneten ab oder ziehen sich bei Verschiedenfarbigkeit an. Zudem lässt sich die Schwerkraft so verändern, dass die Würfel in eine Richtung gedrückt oder in die andere Richtung gezogen werden können. Die Rätsel machen dabei meist riesigen Spaß, weil sie sich an die Physik halten, immer logisch ablaufen und damit die richtige Vorgehensweise nachvollzogen werden kann. Einzig beim Gameplay gibt es Macken.

Tolle Grafik, begrenzer Freiraum

So muss man manchmal einen Würfel-Einsetzvorgang ein zweites Mal wiederholen, weil ein Mechanismus beim ersten Mal nicht ausgelöst wurde. Auch wird es im späteren Verlauf etwas unübersichtlich und man sucht öfters nach dem Anfangspunkt eines Puzzles, an dem man starten muss. Denn auch wenn das Spiel die Mechaniken zu Beginn in einer Art Tutorial-Level erklärt, später ist man bei den komplexen Experimenten vollkommen auf sich gestellt.

Auch gaukelt das Spiel dem Zocker eine große, offene Welt vor, die leider künstlich begrenzt wurde. Will man abseits des vorgegebenen Rätsel-Pfades wandeln, stößt man auf unsichtbare Begrenzungen, die aus der Spiel-Idylle reißen. Auch kleine Hügel und Co. können nicht überwunden werden. Dabei sehen die Umgebungen von "Relicta" extrem spektakulär aus. Die Umgebungen wechseln von wilden Dschungegebieten über Wüsten bis hin zu Eisgebieten in toller Grafik mit vielen Details.

Spannende Handlung bis zum Schluss

Die Handlung wird zwar nur teils über Videosequenzen und vielmehr über sehr gut vertonte Dialoge erzählt, bleibt aber bis zum Ende spannend und wartet mit einigen Überraschungen auf. Beim Sound darf man sich in den wunderbaren Umgebungen über sehr dezente Klänge freuen, die nicht von den fesselnden Rätseln ablenken. Auch technisch geht es sauber zu: In der PlayStation-4-Version waren weder Ruckler noch Grafik-Fehler bemerkbar.

"Relicta" ist letztlich endlich ein Rätsel-Game, das an die Qualität der "Portal"-Spiele herankommt. Die Umgebungen könnten abwechslungsreicher nicht sein, die Rätsel sind logisch gestaltet, die Handlung fesselt mit Spannung und die Grafik gleicht der eines modernen AAA-Titels. Abseits der vorgegebenen Pfade ist zwar kein Entdecken erlaubt, gut 10 bis 15 Stunden ist man aber dennoch mit den vielen teils sehr kniffligen Rätseln in "Relicta" beschäftigt.

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