Religionslehrerin klagt Erzdiözese auf 10.000 Euro

Seit Susanne Brandtner-Hafner (38) ihren Krach mit dem Klerus öffentlich gemacht hat, bekommt sie viel Zuspruch. Die Wienerin war Religionslehrerin aus Berufung. Aber die Kirche brach ihr das Herz.

Ihr Fall schreit zum Himmel: Susanne Brandtner-Hafner (38) gab einen guten Job in der Privatwirtschaft auf, um eine Berufung zu leben: "Ich bin gläubig, stamme aus einer Lehrerfamilie und wollte immer Kinder unterrichten", erzählt die Wienerin.

Konsequenz: drei Jahre Ausbildung (ohne Einkommen) an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule. Das Studium schloss sie mit Auszeichnung ab. Die Quereinsteigerin ist mit gutem Aussehen gesegnet – offenbar ein Kreuz in der Kirche. Brandtner-Hafner merkte es an hämischen Kommentaren, steckte die aber weg: "Mir war nur meine Arbeit an zwei Wiener Volksschulen wichtig – die habe ich von Herzen gern gemacht."

Als die geschiedene Lehrerin im August 2015 wieder heiratete, wurden die Giftspritzer verletzender. Im November kam es dann zum Mobbing-Eklat: Eine Fachinspektorin der Erzdiözese rieb sich an der Sprache der Lehrerin ("Omama statt Oma"). Und beurteilte sie vernichtend: "Eine solche Demütigung habe ich noch nie erlebt."

Daheim brach Brandtner-Hafner zusammen und erfuhr im Krankenstand: Ihr Vertrag wird nicht verlängert. Jetzt steht sie vor den Trümmern ihrer Existenz – und klagt mit Hilfe von Anwältin Astrid Wagner 10.000 Euro Schadenersatz ein. Die Diözese kontert, zuständig sei der Stadtschulrat. Der Zuspruch für die Pädagogin klingt nach "Gott steht dir bei".

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