Republik-Denkmal mit Hakenkreuz verunstaltet

Bild: Leserreporter Paul G.

In der Wiener Innenstadt sorgt die Verunstaltung des Republikdenkmals am Dr.-Karl-Renner-Ring mit einem aus Klebeband gebastelten Hakenkreuz für Empörung. Betroffen war die Büste des Sozialdemokraten Victor Adler. Am Donnerstag wurde das Nazi-Symbol entfernt.

Das Denkmal vor dem Grete-Rehor-Park zwischen Parlamentsgebäude und Palais Epstein erinnert an die Errichtung der ersten Republik am 12. November 1918. Neonazis ist sie ein Dorn im Auge - ein Unbekannter hat die Büste von Victor Adler, dem Begründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, vor kurzem mit einem Hakenkreuz verunstaltet.

 

Die Verschandelung ist auf dem Foto von "Heute"-Leserreporter Paul G. deutlich zu sehen. Sie wurde am Donnerstagnachmittag von einem Passanten der Polizei gemeldet. Das Klebe-Hakenkreuz wurde daraufhin entfernt, es erfolgte eine Anzeige nach dem Verbotsgesetz gegen Unbekannt, außerdem wurde der Verfassungsschutz verständigt.

1961 wurde das Denkmal durch Sprengstoff beschädigt

Das Bauwerk hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Zur Zeit des Austrofaschismus war das Denkmal mit Kruckenkreuzfahnen und einem Porträt von Engelbert Dollfuß ausgestattet. 1934 wurde es abgetragen und zwischengelagert. 1948 wieder aufgebaut, wurde das Denkmal 1961 an der Rückseite durch eine Sprengstoff-Attacke leicht beschädigt.

Victor Adler war zunächst selbst im Lager der Deutschnationalen aktiv, bekannt wurde er allerdings als Sozialdemokrat. Er bewahrte die Einheit der Arbeiter und der Sozialdemokratie, band sowohl Radikale als auch Reformisten mit ein. Kurz vor seinem Tod im November 1918 wurde der schwer herzkranke Adler Außenminister.

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