Rettung fand kein Spital - Akademikerin starb

Bild: Archiv - Symbolbild

Eine junge Frau ist tot, weil kein Spital in Wien einen Schockraum frei hatte. Ein Rettungswagen irrte mit ihr durch die Nacht, bis sie an ihren schweren Kopfverletzungen nach einem Brückensturz starb.

In einer Blutlache lag Alison D. (28) in Klosterneuburg (NÖ) auf der Straße. Die Musikwissenschafterin aus Nordirland musste dringend in einen Schockraum gebracht werden, wo Patienten in Lebensgefahr erstversorgt werden. Doch kein Spital im benachbarten Wien hatte Platz. Die Sanitäter wurden angewiesen nach St. Pölten oder Wr. Neustadt zu fahren – jeweils eine Stunde entfernt! Und da es bereits Nacht war, konnte kein Helikopter geschickt werden.

Jede Minute zählte, also entschied der Notarzt, Alison zumindest ins nächste Krankenhaus in Klosterneuburg zu bringen – wo es aber keinen Schockraum gibt. Nach 20 Minuten dort wurde dann der Schockraum im UKH Meidling (einer von sieben in Wien) frei, doch es war bereits zu viel überlebenswichtige Zeit verstrichen: Alison erlitt auf dem Weg dorthin einen Herzstillstand und starb im Spital.

Jörg Michner

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