Rettungseinsatz für Tote kostet Familie 87 

Bild: Archiv (Symbolfoto)

Weil Margaretha K. (94) beim Eintreffen der Rettung schon tot war, muss die Familie den Einsatz jetzt selbst zahlen. Nur bei noch möglicher medizinischer Leistung übernimmt die WGKK.

Margaretha K. war in 50 Jahren als Greißlerin keinen einzigen Tag krank. Nur ein Mal brauchte sie die Rettung: als sie vergangenen September mit 94 verstarb. Als die Rettung eintraf, konnte der Arzt nur mehr den Tod feststellen – das ist der traurige Grund, warum die Familie für den Rettungseinsatz jetzt 86,70 Euro bezahlen muss.

"Die Wiener Gebietskrankenkasse übernimmt die Einsatzkosten nicht, da keine Behandlung mehr möglich war und sie nicht ins Spital mitgefahren ist. Sie war doch schon tot", so Enkel Alex F. entrüstet. WGKK-Direktorin Karin Zoufal bestätigt dieses Vorgehen gegenüber "Heute": "Ja es stimmt, wir bezahlen nur, wenn noch eine medizinische Leistung erbracht wurde – wie etwa Reanimationsmaßnahmen."

Bei der Patientenanwaltschaft Wien kennt man diese Fälle: "Es gibt eine Anfrage an Gesundheitsminister Alois Stöger. Es ist vollkommen absurd. Wen sollen Angehörige sonst anrufen als die Rettung? Außerdem: Der Tod kann nur vom Arzt festgestellt werden."

Anna Thalhammer

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