Schlecht im EU-Vergleich

Ganzes Leben gearbeitet, so krank gehen wir in Pension

Laut einem Bericht des "Momentum Instituts" gehen die Österreicher im Schnitt bereits krank in Pension. In der EU sieht dabei um einiges besser aus.

Lukas Leitner
Ganzes Leben gearbeitet, so krank gehen wir in Pension
Im Schnitt sollen Österreicher laut einer Eurostat-Studie bereits krank die Pension antreten. (Symbolbild)
NATEE MEEPIAN / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

"Österreich geht im Schnitt krank in Pension", heißt es über einem Diagramm einer Studie des "Momentum Instituts". Dabei wird das Thema aufgeworfen, wie viele "gesunde Jahre" der durchschnittliche Österreicher nach seinem Pensionsantritt hat. Das Ergebnis dabei ist ernüchternd. Frauen können immerhin noch etwa 1,3 gesunde Jahre in der Pension verbringen. Männer hingegen sollen schon 3,5 Jahre vor ihrem Antritt in den Ruhestand krank sein.

Nur bisschen mehr als 61 Jahre gesund

Das Momentum Institut beruft sich dabei auf die Daten von Eurostat aus dem Jahr 2021. Es benutzte für die Erhebung der Daten die sogenannte "Sullivan-Methode". Diese kombiniert Sterbedaten mit dem Bevölkerungsanteil, ohne sowie mit Beeinträchtigung. Dadurch kommen sie auf folgende Statistik:

Dabei liegt Österreich weit hinter dem Durchschnitt der EU27. Zwar überschreiten die gesunden Jahre auch dort nicht das Pensionsantrittsalter, aber die Männer haben im Vergleich zu Österreich 1,6 gesunden Jahre mehr und Frauen im Vergleich 2,9 Jahre.

Weiters haben die Frauen zwar jetzt noch rund 1,3 gesunde Jahre in der Pension, das wird sich in den nächsten Jahren aber ändern. Grund dafür ist, dass sich auch ihr Pensionsantrittsalter bis zum Jahr 2033 an das der Männer anpassen wird. Dafür wird es ab 2024 jedes Jahr um 6 Monate erhöht.

"Schlicht falsch"

Kritik zu der Studie kommt aber vom Sozialsprecher der NEOS, Gerald Loacker. Dieser nennt die Statistik "schlicht falsch". Immerhin würde eine Studie des Sozialministeriums ganz andere Daten zeigen. Im Jahr 2022 sind laut dem Ministerium rund 90.000 Menschen in Pension gegangen. Davon kamen 1.000 Menschen aus dem Krankenstand und 10.300 waren Invaliditätspension. Das zeigt: Rund ein Neuntel tritt den Ruhestand krank an.

Die Eurostat Erhebung ist deshalb aber nicht gänzlich falsch. Immerhin zeigt sie, dass die österreichische Bevölkerung im Vergleich zu den anderen EU-Ländern durchschnittlich weniger gesunde Jahre hat. Dieses Problem aber über das Pensionssystem zu lösen, sei für Loacker aber nicht der richtige Weg. Seiner Meinung nach benötigt es mehr Prävention und Eigenverantwortung, damit sich die Österreicher besser "arbeitsfähig halten".

Die Bilder des Tages

1/77
Gehe zur Galerie
    <strong>15.06.2024: Flammen-Inferno in Wien-Favoriten.</strong> In Wien-Favoriten kam es in der Nacht auf Samstag zu einem Wohnungsbrand. 11 Personen mussten behandelt werden. <a data-li-document-ref="120042504" href="https://www.heute.at/s/flammen-inferno-in-wien-feuerwehr-rettet-bewohner-120042504">Alle Infos &gt;&gt;</a>
    15.06.2024: Flammen-Inferno in Wien-Favoriten. In Wien-Favoriten kam es in der Nacht auf Samstag zu einem Wohnungsbrand. 11 Personen mussten behandelt werden. Alle Infos >>
    Leserreporter

    Auf den Punkt gebracht

    • Die Studie des "Momentum Instituts" zeigt, dass der durchschnittliche Österreicher vor seinem Pensionsantritt bereits krank ist, wobei Männer im Schnitt 3,5 Jahre und Frauen 1,3 Jahre vorher krank sind
    • Laut Eurostat-Daten liegt Österreich in Bezug auf gesunde Jahre in der Pension weit hinter dem EU-Durchschnitt
    • Kritik an der Studie kommt von NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker, der alternative Daten des Sozialministeriums anführt und betont, dass das Problem nicht allein durch das Pensionssystem gelöst werden kann
    LL
    Akt.