Späte "Rache"!
Österreich glückt am Sonntagabend im Wiener Ernst-Happel-Stadion die Revanche für das 1:2-Achtelfinal-Aus bei der EURO 2021 gegen Italien. Die Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick schlägt die Squadra Azzurra im letzten Länderspiel des Jahres mit einer fulminanten Leistung in der Bundeshauptstadt mit 2:0.
Das ÖFB-Team spielt seine südlichen Nachbarn phasenweise an die Wand. Im Duell der beiden Nationen, die jeweils die Qualifikation für die WM in Katar verpasst haben, präsentieren sich die Hausherren weltmeisterlich. Einziger rot-weiß-roter Minuspunkt: die Kulisse. Mit nur 18.000 Fans bleiben im Happel bei winterlichen Temperaturen viele Sitze leer.
Xaver Schlager trifft nach einem sehenswerten Solo von Italien-Legionär Marko Arnautovic. Der Bologna-Legionär legt mit viel Übersicht quer. Schlager bezwingt PSG-Goalie Gianluigi Donnarumma (6.). Schlager: "Das war wichtig, der Dosenöffner!"
David Alaba legt mit einem Traumfreistoß zum 2:0 nach. Der Real-Madrid-Abwehrboss peitscht das Leder per Flatterball über Donnarumma hinweg unter die Querlatte, der sich vom zentralen Abschluss überraschen lässt. Alaba über seinen Treffer: "Ich glaube, ich habe den Ball gut getroffen. Wenn der Ball so flattert, wird es natürlich schwer für ihn." Der Wiener beendet eine Durststrecke von zuletzt 25 Länderspielen ohne Treffer. Im 98. Spiel ist es sein 15. Tor im ÖFB-Trikot.
Alaba strahlt: "Wir wollten das Jahr erfolgreich beenden. So sind wir auch aufgetreten. Wir konnten den Trainer und seine Philosophie in Marbella noch besser kennenlernen und uns gut vorbereiten. Nächstes Jahr wollen wir wirklich voll angreifen und unsere Ziele erreichen. Jetzt ab in den Urlaub!"
Rangnick hat nach der gescheiterten WM-Qualifikation und dem Aus im Play-off gegen Wales von Ex-Teamchef Franco Foda übernommen. Unter Rangnick schlug Österreich Vize-Weltmeister Kroatien in der Nations League 3:0, rang Frankreich ein 1:1 ab. Jetzt schlägt das ÖFB-Team Italien zum ersten Mal seit 1960.
Rangnick: "Wir hatten auch schon gegen Frankreich, Dänemark und Kroatien gute Phasen. Aber über 70 Minuten so eine Leistung ... das kann auch 7:3 ausgehen. Ich war sehr zufrieden. Wir haben uns für eine mutige Leistung belohnt."
Der Teamchef auf die Frage nach den Zielen: "Wir wollen bei den nächsten Turnieren dabei sein. USA, Mexiko - das sind wunderbare Destinationen, auch mit richtigen Fans, anders als das jetzt in Katar der Fall ist."
Die Hausherren lassen eine Vielzahl von Top-Möglichkeiten aus. Nicolas Seiwald, Junior Adamu, Marcel Sabitzer lassen beste Chancen auf eine noch höhere Führung liegen, die auch leistungsgerecht gewesen wäre. In der Schlussphase kann sich auch noch Sion-Legionär Heinz Lindner im Tor auszeichnen, der eine mögliche Aufholjagd mit einer Glanzparade gegen Giacomo Raspadori verhindert.
Arnautovic: "Der Sieg tut sehr gut. Wir nehmen jedes Spiel ernst. Wir sind glücklich, dass wir das letzte Spiel in diesem Jahr mit einem Sieg feiern können. Es hat Spaß gemacht heute. Wir wissen, was Italien für eine Mannschaft ist. Mein Partner, der Stefan Posch, hatte sogar das 3:0 am Schädel", scherzt er über seinen Bologna-Mitspieler, der eine Topchance ausließ.
Österreichs nächste Spiele: die EM-Quali-Matches gegen Aserbaidschan (24. März) und Estland (27. März).
Österreich: Lindner; Posch, Lienhart, Alaba, Wöber (72. Mwene); Seiwald, Schlager; Sabitzer, Baumgartner (81. Grillitsch) Adamu (81. Schmid), Arnautovic (72. Gregoritsch)
Italien: Donnarumma; Gatti (46. Pessina), Bonucci, Acerbi; Di Lorenzo (46. Scalvini) , Barella (89. Miretti), Verratti, Dimarco; Politano (46. Chiesa), Raspadori (71. Gnonto), Grifo (46. Zaniolo)