Die Inseratenaffäre rund um ÖFB-Boss Gerhard Milletich spitzt sich zu. Der Burgenländer blitzte mit einer Klage gegen den "Kurier" ab, nun stehen auch die Ermittlungen des Ethikkomitees vor dem Abschluss.
Dem Präsidenten wird vorgeworfen, er hätte sein ÖFB-Amt dazu genutzt, um Anzeigekunden für seine Verlage zu gewinnen. Am 3. Februar trifft sich die ÖFB-Spitze zur Präsidiumssitzung in Graz, dort könnten auch erste Ergebnisse auf dem Tisch liegen.
Gastgeber des ÖFB-Gipfels ist der steirische Landespräsident Gerhard Bartosch. Er betont im Gespräch mit der APA: "Wir brauchen Ruhe im ÖFB-Präsidium. Je schneller eine Entscheidung getroffen wird, desto besser."
Für Bartosch, der selbst Jurist ist, wirft die Klage gegen den Kurier ein schlechtes Licht auf Milletich: "Man darf nicht ignorieren, dass die Klage, die er selbst angestrebt hat, abgewiesen worden ist - wenn auch aus formalen Gründen."
Ob das auch ein Vorgriff auf die Ergebnisse des Ethikkomitees ist? Hier will der Steirer nicht vorgreifen: "Da müssen wir die Ergebnisse abwarten."
Wie lange kann sich Milletich noch als ÖFB-Präsident halten? Bartosch klärt über die Lagerbildung im Verband auf: "Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Phase." Oberösterreichs Landeschef Gerhard Götschhofer sagte als Zeuge vor Gericht gegen Milletich aus, auch der Salzburger Herbert Hübel und Tirol-Boss Josef Geisler sind auserkorene Gegner des amtierenden Präsidenten.
"Wir müssen Gräben zuschütten, uns wieder die Hand reichen. Es geht darum, dass wir als ÖFB einen Weg finden, wo alle miteinander reden können", mahnt Bartosch.
Und lässt mit einem revolutionären Vorschlag aufhorchen: Die Landesfürsten könnten entmachtet werden und - ähnlich wie in der Bundesliga - eine Struktur mit einer operativen Geschäftsführung installiert werden. Die Chefs der Landesverbände würden dann in eine Art Aufsichtsratsfunktion rücken.
"Da bin ich offen dafür. Es kann auf jeden Fall nicht so weitergehen, dass wir uns selbst beschädigen", meint Bartosch.