Wien

Rezeptionist sticht mit Brieföffnern auf Hotelgast ein

Wegen 30 Euro: Ein Hotel-Mitarbeiter (33) und ein Gast (21) ließen in Wien die Fäusten fliegen. Dann zückte der Rezeptionist zwei Brieföffner – Haft!
Christian Tomsits
14.09.2023, 13:28
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Eine heiße Liebesnacht endete in einem Wiener Hotel endete am Donnerstag vor Gericht: Ein junger Afghane hatte am 5. Juni in Wien-Landstraße eine "Bekanntschaft" aus Thailand auf ihr Einzelzimmer begleitet. Beim Gehen wurde der unangemeldete Hotelgast vom asiatischen Nacht-Rezeptionisten aufgehalten und um 30 Euro Aufpreis gebeten.

"Ich kann dich tot machen"

Doch der vorbestrafte Kickboxer (21), der sich zuerst als Serbe ausgab, dachte gar nicht daran zu bezahlen und beleidigte den 33-Jährigen hinter der Rezeption und dessen verstorbene Mutter aufs Übelste. "Er sagte: 'Du bist ein kleiner Mensch für mich. Ich kann dich in einer Sekunde tot machen.' Dann schlug er mir ins Gesicht", stammelte sich der bisher unbescholtene Mann mit Uniabschluss aus seiner Heimat am Wiener Landesgericht.

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Obwohl dem 33-Jährigen die Nase gebrochen wurde, musste er sich wegen schwerer absichtlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten. Denn im Streit zerschmetterte der Rezeptionist das Handy des Hotelgastes auf dem Boden und zückte plötzlich zwei metallene Brieföffner. Damit versuchte der Mann laut Staatsanwaltschaft auf den aggresiven Angreifer einzustechen – vergeblich.

Bist du von häuslicher Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe 

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

"Es sitzt hier heute eindeutig der Falsche auf der Anklagebank", polterte sein Verteidiger Roman Tenschert. "Mein Mandant ist ein sehr fleißiger Mensch, der tagsüber ein Lebensmittelgeschäft führt und in der Nacht im Hotel arbeitet, um seine Schulden zu zahlen." Sein einziger Fehler sei gewesen, nicht sofort die Polizei gerufen zu haben.

Rezeptionist zu bedingter Haft verurteilt

Der Richter ließ Milde walten und verurteilte den Angeklagten "nur" wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung zu insgesamt 18 Monaten bedingter Haft, obwohl ihm bis zu zehn Jahre gedroht hätten. Anwalt Tenschert und der Asiate nahmen an, die Staatsanwaltschaft erbat sich Bedenkzeit. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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