Eine heiße Liebesnacht endete in einem Wiener Hotel endete am Donnerstag vor Gericht: Ein junger Afghane hatte am 5. Juni in Wien-Landstraße eine "Bekanntschaft" aus Thailand auf ihr Einzelzimmer begleitet. Beim Gehen wurde der unangemeldete Hotelgast vom asiatischen Nacht-Rezeptionisten aufgehalten und um 30 Euro Aufpreis gebeten.
Doch der vorbestrafte Kickboxer (21), der sich zuerst als Serbe ausgab, dachte gar nicht daran zu bezahlen und beleidigte den 33-Jährigen hinter der Rezeption und dessen verstorbene Mutter aufs Übelste. "Er sagte: 'Du bist ein kleiner Mensch für mich. Ich kann dich in einer Sekunde tot machen.' Dann schlug er mir ins Gesicht", stammelte sich der bisher unbescholtene Mann mit Uniabschluss aus seiner Heimat am Wiener Landesgericht.
Obwohl dem 33-Jährigen die Nase gebrochen wurde, musste er sich wegen schwerer absichtlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten. Denn im Streit zerschmetterte der Rezeptionist das Handy des Hotelgastes auf dem Boden und zückte plötzlich zwei metallene Brieföffner. Damit versuchte der Mann laut Staatsanwaltschaft auf den aggresiven Angreifer einzustechen – vergeblich.
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"Es sitzt hier heute eindeutig der Falsche auf der Anklagebank", polterte sein Verteidiger Roman Tenschert. "Mein Mandant ist ein sehr fleißiger Mensch, der tagsüber ein Lebensmittelgeschäft führt und in der Nacht im Hotel arbeitet, um seine Schulden zu zahlen." Sein einziger Fehler sei gewesen, nicht sofort die Polizei gerufen zu haben.
Der Richter ließ Milde walten und verurteilte den Angeklagten "nur" wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung zu insgesamt 18 Monaten bedingter Haft, obwohl ihm bis zu zehn Jahre gedroht hätten. Anwalt Tenschert und der Asiate nahmen an, die Staatsanwaltschaft erbat sich Bedenkzeit. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.