Der Rhein wird künftig Kölner Wohnungen heizen. Am Donnerstag erfolgt die Grundsteinlegung für die größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas. Mit einer Leistung von 150 Megawatt soll die Anlage bis zu 50.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen.
Das Prinzip: Dem Rheinwasser wird Wärme entzogen und ins Fernwärmenetz eingespeist. Das zurückgeleitete Wasser ist dann zwei bis vier Grad kälter, aber ansonsten unverändert.
Wie es auf heise.de unter Berufung auf dpa heißt, kostet das Projekt rund 280 Millionen Euro. Bund und EU fördern es mit etwa 100 Millionen Euro. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wird bei der Grundsteinlegung erwartet.
Die Wärmepumpe wird allerdings nicht durchgängig laufen. Sie soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn Strom günstig ist - etwa im Frühjahr oder Sommer, wenn Photovoltaik-Anlagen viel Energie liefern. Bei hohen Strompreisen im Winter springen benachbarte Gaskraftwerke ein.
Die Anlage entsteht im Stadtteil Niehl am Niehler Hafen. Sie besteht aus drei Modulen mit jeweils 50 Megawatt Leistung. Pro Stunde werden rund 25.000 Kubikmeter Rheinwasser entnommen. Das Wasser wird in einem geschlossenen Kreislauf auf bis zu 110 Grad erhitzt.
Naturschützer sehen die Technologie grundsätzlich positiv, mahnen aber zur Vorsicht. "Die Nutzung von Flüssen zur Wärmegewinnung darf nicht zulasten ohnehin geschwächter Gewässerökosysteme gehen", warnt der NABU. Schon geringe Temperaturänderungen könnten Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen haben.
Der BUND-NRW-Experte Dario Deilmann betont: Eine Großwärmepumpe am Rhein, der ohnehin durch industrielle Nutzung aufgeheizt werde, sei anders zu bewerten als Anlagen an kleineren Flüssen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.