Für viele Musiker wäre die Vorstellung wohl ein kleiner Albtraum, auf die Bühne gehen und nicht genau wissen, was als Nächstes passiert. RIAN sieht das deutlich entspannter. Als die Anfrage für das "Red Bull Jukebox"-Konzert kam, musste er deshalb auch nicht lange überlegen.
"Ich habe relativ wenig überlegt, weil das genau etwas ist, was mir taugt. Improvisieren, ein bisschen spontan sein", erzählt er im "Heute"-Interview. Die Kontrolle über die eigene Show teilweise abzugeben, macht ihm dabei überhaupt nichts aus. Im Gegenteil: "Kontrolle ist ja langweilig. Musik und Kreatives generell sind ein riesengroßer Spielplatz."
Bei dem Wunschkonzert können die Besucher unter anderem über Sprache, Musikrichtung, Performance und sogar RIANs Outfit bestimmen. Metal? Kein Problem. Schlager? Ebenfalls machbar. Auch einen Song auf Italienisch traut er sich zu.
Nur beim Outfit hat der Sänger eine kleine Bitte. "Vielleicht sollte es nichts zu Enges sein, damit ich mich noch bewegen kann. Das ist meine einzige Sorge."
Vorbereiten lässt sich ein Abend mit so vielen unbekannten Faktoren ohnehin nur bedingt. Genau darin liegt für ihn der Reiz. "Man kann sich eigentlich nur darauf vorbereiten, auf alles vorbereitet zu sein", sagt er.
Auch abseits der Bühne steht bei RIAN schon das nächste große Projekt an. Im Frühjahr 2027 erscheint sein neues Album. Inhaltlich bleibt er dabei seiner bisherigen Linie treu. Geschichten aus dem echten Leben sollen wieder zu Songs werden.
Dafür hört der Musiker inzwischen noch genauer hin. "Ich bin immer schon ein bisschen so durchs Leben gegangen, dass man Dinge in Songs verwandelt. Aber jetzt bin ich noch ein bisschen achtsamer geworden, damit man nichts verpasst, was ein guter Song sein könnte."
Selbst ein Abend mit Freunden bekommt dadurch plötzlich beruflichen Charakter. RIAN bringt es lachend auf den Punkt: "So ein Jungsabend ist quasi ein Songwriting-Camp." Dass seine vergangenen Songs so gut funktioniert haben, will er sich dabei nicht als zusätzlichen Druck aufladen. "Ich muss locker bleiben, damit das alles so funktioniert", erklärt er.
Und wenn RIAN selbst einmal bestimmen dürfte, was aus einer Jukebox kommt? Dann wäre die Wahl schnell getroffen. "Mambo No. 5 von Lou Bega", Roland Kaiser zum Entspannen, oder die Rolling Stones, wenn es wieder etwas wilder werden darf.
Am 8. Dezember entscheidet darüber allerdings nicht RIAN allein. Seine einzige Warnung an die Fans: "Schnell sein, weil es sonst keine Karten mehr gibt." Denn für ihn steht schon jetzt fest: "Es wird auf jeden Fall ein Abend, den es so nie mehr geben wird."