Richter-Chef soll im Fall Kampusch gelogen haben

Johann Rzeszut ist inzwischen pensioniert. Als wegen Natascha Kampusch ermittelt wurde, war er allerdings noch als Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH). Nun wird gegen ihn wegen falcher Zeugenaussage ermittelt. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Linz, da die Wiener befangen sein könnten.

Die Vorgeschichte: Ein niederösterreichischer Polizist soll 2012 in eine niederösterreichische Volksschule gegangen sein und dort um "DNA-Proben" eines Mädchens gebeten haben. Rzeszut war damals bei einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission. Er wird verdächtigt, den Polizisten zu seinen "Ermittlungen" angestiftet zu haben, wie der "Falter" berichtete.

Der Ex-OGH-Chef bestreitet die Vorwürfe der Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Rzeszut wurde verhört und soll gemeint haben, nie Kontakt zu dem betreffenden Polizisten gehabt zu haben.

Der "Falter" gibt jedoch an, dass der Ex-OGH-Chef regelmäßig mit dem Cop telefoniert hat. Das beweise eine Telefonrufdatenrückerfassung.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz, Philip Christl, bestätigte, dass gegen Rzeszut ermittelt wird. Man habe der Oberstaatsanwaltschaft einen Vorhabensbericht übermittelt, aber noch nicht zurückerhalten, sagte er. Der Bericht sei noch in Bearbeitung, hieß es vonseiten des Justizministeriums.

APA/red.

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