Brisante Verhandlung am Donnerstag am Landesgericht Korneuburg: Richterin Martina V. aus NÖ musste sich wegen Amtsmissbrauchs verantworten - es wurde vertagt.
Brisante Verhandlung am Donnerstag am Landesgericht Korneuburg: Richterin Martina V. aus NÖ musste sich wegen Amtsmissbrauchs verantworten – es wurde vertagt.
Über den unterirdischen Tunnel, vorbei an den Fotografen, schlich die Bezirksrichterin in den Verhandlungssaal in Korneuburg. Anna Wiesflecker hatte die heikle Aufgabe, über Kollegin Martina V. (Namen geändert) zu urteilen.
Der Vorwurf: Die Juristin soll in einem Bewerbungsverfahren einem männlichen Konkurrenten unterlegen gewesen sein. Daraufhin hat die gekränkte Martina V. laut Anklage Daten aus dem EDV-System der Justiz gefischt. Mit dem Insiderwissen schickte sie eine Beschwerde an die Gleichbehandlungskommission. Doch den Kommissions- Mitgliedern kamen die Detail-Infos verdächtig vor – die Bezirksrichterin flog auf.
Martina V. meinte vor Gericht: "Ich habe nur recherchiert, ich dachte, der Mann hätte eine strafbare Handlung begangen." Schuldig bekannte sich die "Untersuchungsrichterin" jedoch nicht. Urteil gab es keines – es wurde vertagt. Martina V. verließ das Gericht wieder über die "Katakomben" – ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft.