Mit dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde gab es auf der Saslong einen würdigen Sieger, der 30-Jährige untermauerte mit 2:02,35 seine Rolle als bester Abfahrer der Saison, gewann das dritte von vier Rennen, 35 Hundertstel vor dem französischen Oldie Johan Clarey und 42 Hundertstel vor dem Italiener Mattia Casse.
Und die Österreicher? Die erlebten über die Kamelbuckel, die Mauer und durch die Ciaslat-Wiese einen Tag zum Vergessen, mit bloß vier klassierten Läufern in den Punkterängen. Dabei waren die Hoffnungen nach dem ersten ÖSV-Saisonsieg durch Vincent Kriechmayr in einer verkürzten Abfahrt am Donnerstag noch groß gewesen. mit Rang 32 (+1,95) machte der Oberösterreicher aber nicht einmal Weltcuppunkte, wurde durch den Gröden-Effekt – die Strecke wird für hinten startende Läufer oft schneller – noch aus den Punkterängen verdrängt. "Bis zur Ciaslat war es nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie beim Sieg. Bei der Einfahrt war ich übermotiviert. So nimmt man kein Tempo mit. Für den weichen Schnee hatte ich nicht den richtigen Ski", führte Kriechmayr Materialprobleme an.
Mayer, der am Donnerstag noch starker Dritter wurde, musste sich nun mit Rang zwölf, zeitgleich mit Otmar Striedinger (+1,24), zufrieden geben. Und konnte sich den Rückstand nicht recht erklären. "Ciaslat war sehr gut, im Flachen und am Schluss habe ich Zeit liegen gelassen. Wir müssen das analysieren und werden auch den Grund finden", so der Kärntner. Und sein Landsmann Striedinger blickte mit Verwunderung auf die Zwischenzeiten-Tabelle: "Oben war ich für meine Ansprüche viel zu langsam. Das war eine richtige Klatsche, müssen wir uns anschauen, warum."
Ähnlich verwundert zeigte sich auch Daniel Hemetsberger, der als 31. hauchdünn an den Punkterängen vorbeischrammte, als 30. noch einen Zähler zu machen ist aber ohnehin nicht der Anspruch des Oberösterreichers. "Keine Ahnung, warum ich oben so viel verloren habe. Ciaslat war dann eindeutig, da bin ich in der Prärie herumgefahren, habe ich mit Müh und Not noch das Tor erwischt. Da kann die Zeit nicht mehr gut sein", so der Zweite von Lake Louise.
Nun geht es für die Speed-Läufer in die Weihnachtspause. Im Weltcup stehen noch zwei Riesentorläufe in Alta Badia und ein Slalom in Madonna auf dem Programm.