Ab 1. Jänner gibt es Änderungen bei den Pensionen in Österreich: Die so genannte "Hacklerregelung", bei der man bisher nach 45 Versicherungsjahren im Alter von 62 abschlagsfrei in Pension gehen konnte, fällt weg. Wer mit 62 in Pension geht, muss dann 4,2 Prozent an Abschlägen hinnehmen. Dafür kommt der "Frühstarterbonus": Wer vor 20 bereits gearbeitet hat, bekommt mit Bedingungen für jeden Monat einen Euro extra auf die Pension drauf, maximal sind es 60 Euro.
Kurz vor dem Start der neuen Pensionsregelung gibt es nun dicke Luft in der Politik. "Wer einmal Pensionen kürzt, wird das immer wieder machen. Es ist enttäuschend und zermürbend für die ArbeitnehmerInnen, was die türkis-grüne Bundesregierung hier macht", sagt Rainer Wimmer, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB. Eine "massive Pensionskürzung" für Arbeitnehmer ortet SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch.
„"Frühere Wahlzuckerln von SPÖ und FPÖ"“
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat bereits alle rechtlichen Möglichkeiten gegen das Vorhaben ausgeschöpft. "Wenngleich rechtlich das Ende der Fahnenstange erreicht ist, fordern wir mit Nachdruck den Gesetzgeber auf, diese Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen, also Präsenz- und Zivildienstzeiten in vollem Umfang anzurechnen und insgesamt die Abschlagsregelung für Langzeitversicherte wieder aufzuheben", sagt Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl.
Vehement verteidigt wird der Schritt jedoch von ÖVP-Klubobmann und Sozialsprecher August Wöginger: "Mit der Einführung des 'Frühstarterbonus' wird unser Pensionssystem zu einem gerechteren System, das die Lebensrealitäten der arbeitenden Menschen besser widerspiegelt und mit bis zu 840 Euro pro Jahr vor allem den Frauen hilft." Es gelte, "frühere Wahlzuckerln von SPÖ und FPÖ" zurückzuschrauben und "wieder eine gerechte Lösung" zu installieren, so Wöginger.