Welt

Riesenkrebs verspeist Meeresvogel

Ein Biologe hielt eine schauerliche Szene fest: Ein Riesenkrebs schnappte sich eines Meeresvogel mit seinen riesigen Zangen und verschlang ihn.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:35

"Palmendieb" nennt man den riesigen Krebs der Gattung Birgus latro auf Deutsch. Hinter diesem harmlosen Namen verbirgt sich ein wahres Monstergeschöpf: Sein Körper wird bis zu 40 Zentimeter lang und sein Gewicht erreicht drei bis vier Kilogramm. Die Spannweite der Beine beträgt bis zu einem Meter.

Zangen können Kokosnüsse knacken

Seine riesigen Zangen können bis zu 30 Kilogramm anheben und mit einer Kraft von 3300 Newton zuschnappen. Das ist mit einem Tigerbiss vergleichbar und reicht aus, um Kokosnüsse zu knacken. Genau mit diesen furchteinflößenden Zangen musste ein Rotfußtölpel Bekanntschaft machen, der sich auf einem tiefhängenden Ast zur Nachtruhe niedergelassen hatte. Der Riesenkrebs, ein Allesfresser, schnappte sich den Meeresvogel.

Der Rotfußtölpel hat eine Spannweite von bis zu 145 Zentimeter, doch das half ihm nichts, denn der Krebs schnappte sich die Flügel des Vogels und nahm ihm so jegliche Fluchtmöglichkeit.

Invasion der Riesenkrebse

Angelockt vom Geruch frischen Blutes waren innerhalb von 20 Minuten fünf weitere Palmendiebe vor Ort. Es brach ein heftiger Kampf um den Vogel aus, der zu diesem Zeitpunkt noch atmete.

Es dauerte mehrere Stunden, bis die Palmendiebe den Vogel zerkleinert und sich alle mit einem Stück davongemacht hatten. Der Biologe Mark Laidre filmte den nächtlichen Todeskampf auf einer Insel im Chagos-Archipel im Indischen Ozean, veröffentlichte aber nur den Anfang – bevor es richtig blutig wurde.

In einem wissenschaftlichen Artikel beschrieb er den Vorfall. Der Videoclip ist wahrlich nichts für Vogelfreunde mit schwachen Nerven.

Das schaurige Video:

Vögel passen sich an

Laidre sieht im Überfall des Palmendiebs einen Grund, weshalb die Tölpel auf gewissen Inseln des Archipels ihre Nester nicht mehr am Boden bauen. Da Palmendiebe nicht schwimmen können, sind sie auf den einzelnen Inseln sehr unterschiedlich häufig vertreten. Dort, wo es sehr viele Palmendiebe gibt, haben die Tölpel deshalb aus gutem Grund ihr Nistverhalten angepasst.

Als Mensch muss man sich nicht vor Palmdieben fürchten. Wie Laidre dem "National Geographic" sagte, sind die Krebstiere nicht aggressiv, sondern lediglich neugierig.

(red)

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