Der nur zwölf Wochen alte Erik musste bereits einiges mitmachen. Massive Zysten in der Lunge bedrohten sowohl im Mutterleib als auch nach der Geburt das Leben des Säuglings. Dass er überleben wird, war von Beginn an nicht hundertprozentig klar. Dank einer innovativen und einzigartigen Behandlung am LKH-Univ. Klinikum Graz konnte er vor Kurzem mit seinen Eltern endlich nach Hause.
Während der Schwangerschaft überlebte Erik dank eines einzigartigen Eingriffs an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, nach der Geburt dank einer intensivmedizinischen Therapie sowie einer in Graz zum ersten Mal durchgeführten, hochdiffizilen OP an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie.
Dabei entfernte das Team rund um Zentrumsleiter und Klinikvorstand Holger Till den Mittel- und den Oberlappen der Lunge. Der verbliebene Unterlappen konnte sich regenerieren und auch das Herz des Babys hat nun wieder ausreichend Platz.
Schon das erste Ultraschallbild zeigte eine Fehlbildung der rechten Lunge des ungeborenen Kindes. Die Zysten in Eriks Lunge waren so massiv, wie sie Ärzte nur selten zu Gesicht bekommen.
Die Eltern begannen auf eigene Faust zu recherchieren und stießen dabei auf Philipp Klaritsch, den Leiter der Fetalmedizin an der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe. In der 22. Schwangerschaftswoche kamen sie zum ihm in die Ambulanz für pränatale Diagnostik und Therapie.
Klaritsch erinnerte sich heute: "Wir sahen einen bereits massiv betroffenen Fetus, der durch große zystische Lungenveränderungen eine ausgeprägte Verdrängung des Herzens und massive Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle aufwies. Das führt unbehandelt nahezu immer zum Tod des Ungeborenen."
Eine Entbindung war in der frühen Schwangerschaftswoche keine Option. "Wir haben uns deshalb für einen innovativen Therapieansatz entschieden", erzählt Klaritsch. Noch am selben Tag hat er bei Erik unter Ultraschallsicht einen Shunt durch die Brustwand in eine der großen Zysten in der Lunge gelegt. Dadurch konnte die Flüssigkeit aus der Zyste in die Fruchthöhle abfließen und der Druck auf das Herz verringert werden. Am 29. Jänner dieses Jahres kam der Bub in der Grazer Uniklinikum dann auf die Welt.
Eriks Eltern sind überglücklich, denn in seinem Heimatland Slowenien hätten die Mediziner dem Baby nicht helfen können. Vor rund einem Monat hat der kleine Erik mit Mama Nina und Papa Tadej das Uniklinikum Graz Richtung Maribor verlassen. "Wir sind so unendlich dankbar und glücklich, dass man die Behandlung in Graz gewagt hat", sagen Eriks Eltern.
Mit im "Gepäck" haben sie einen Überwachungsmonitor für Puls, Sauerstoffsättigung, Herz- und Atemfrequenz – eine Vorsichtsmaßnahme, die den Kleinen im ersten Lebensjahr im Schlaf überwachen soll. Ansonsten geht es dem Baby ausgezeichnet. Erik isst, trinkt, atmet und lächelt.