Riesige Ölpest breitet sich im Mittelmeer aus

Ein Riss in einem syrischen Öltank führt zu einer Naturkatastrophe im Mittelmeer. Ein gigantischer Ölteppich breitet sich derzeit aus. 

Am Montag veröffentlichte Satellitenbilder zeigen, dass die Ölkatastrophe vor der Küste Syriens gravierender ist, als zunächst angenommen. Die Ölpest breitet sich über das Mittelmeer von der syrischen Westküste nach Norden aus und droht bald die Küste Zyperns zu erreichen. Laut den Schätzungen eines niederländischen Journalisten dürfte der Ölteppich eine Fläche von rund 1000 Quadratkilometern haben.

Die zyprischen Behörden zeigen sich alarmiert. Wie das Fischereiministerium am Montag erklärte, erwarten die Behörden, dass der Ölteppich am Dienstag den Nordteil der Insel erreichen wird.

Das Leck wurde laut dem Portal Middle East Eye durch einen Riss in einem Treibstofftank des syrischen Wärmekraftwerks Banias verursacht. Der Schaden im Tank mit 15.000 Tonnen Brennstoff sei am 23. August entstanden. Die syrische Regierung erklärte am Montag in der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan", dass ein Ausschuss zur Untersuchung der Unfallursache gebildet worden sei. Demnach traten nur zwischen zwei und vier Tonnen Heizöl aus dem Kraftwerk aus.

Ökösystem Mittelmeer droht Verschmutzung

Der sich bildende Ölteppich führt nun zu einer starken Verschmutzung des Mittelmeers und droht das Leben in den Gewässern rund um die Anlage zu zerstören. Syrische Behörden gaben an, bereits vor einigen Tagen mit den Aufräumarbeiten begonnen zu haben.

Syrien beschuldigt Israel für die "Attacke" auf ihre Öltanker

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete am Montag, dass sich der Grossteil des ins Meer geflossenen Treibstoffs an der Küste von Banias und Jableh, 20 Kilometer nördlich der Raffinerie, ausgebreitet habe. Israel erklärte vergangene Woche, dass der Ölteppich keine Gefahr für seine Küste im Süden darstelle.

Der Grossteil der syrischen Ölreserven befindet sich ausserhalb der Kontrolle der Regierung, doch die beiden Raffinerien des Landes – Banias und Homs – sind unter staatlicher Kontrolle und in Betrieb, wie "Nature World News" berichtet. Syriens Hauptstadt Damaskus ist bei der Versorgung mit Benzin nun auf seinen Verbündeten, den Iran, angewiesen, doch die Sanktionen des US-Finanzministeriums haben die Lieferkette behindert, die sich über Syrien, den Iran und Russland erstreckt.

Angriffe auf Schiffe häufen sich 

Seit über einem Jahr gebe es eine Reihe mysteriöser Angriffe auf Schiffe in den Wasserstrassen des Nahen Ostens, vor allem vor der syrischen Küste, so "Nature World News" weiter. Diese Angriffe erfolgten inmitten eskalierender regionaler Spannungen zwischen dem Iran, Israel und den USA.

Wie "Times of Israel" berichtet, machte letzten Mai der syrische Aussenminister Israel für die Angriffe auf Öltanker auf dem Weg nach Syrien verantwortlich. Dabei erklärte er, dass diese gegen das Völkerrecht verstossen und nicht ungestraft bleiben werden.

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