Schmuckstücke zu bergen gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben der Berufsfeuerwehr Wien – im Fall einer geflüchteten Ukrainerin wurde diesmal jedoch eine Ausnahme gemacht.
Die verzweifelte Frau wandte sich hilfesuchend an die Feuerwehr. Als sie ihren Ring in die Geldtasche steckte und danach wieder herausholen wollte, war es passiert: Das wertvolle Stück fiel in der Johannesgasse (Wiener City) durch ein Gitter und zehn Meter tief in einen Schacht. Zu dieser Zeit waren die Höhenretter der Feuerwehr bei einer Routineübung in der Zentralfeuerwache, die kurzerhand verlegt wurde.
Wie bei einer Tierrettung wurde ein Höhenretter an einem Seil mit einer Akku-Winde in den engen Schacht abgelassen. Der Einstieg erfolgte durch eine noch engere Öffnung. Unten begann die Suche nach dem kleinen Schatz, der bald gefunden wurde. Die geflüchtete Mutter konnte ihr Glück kaum fassen. Für sie ist der Ring unbezahlbar und hat eine ganz besondere Bedeutung, denn ihr Verlobter befindet sich nach wie vor in der Ukraine.