Die heftigen Schneefälle der vergangenen Tage haben die Lawinengefahr auf Oberösterreichs Bergen ansteigen lassen. Laut Stefan Reinbacher von der Lawinenwarnzentrale des Landes ist das Risiko derzeit erheblich, Stufe 3: »Gerade in der aktuellen Situation passieren die häufigsten Unfälle.« Er mahnt zu besonderer Vorsicht.
Bis zu 25 Zentimeter Neuschnee fielen bis Dienstagfrüh etwa im Salzkammergut, weitere 20 Zentimeter dürften folgen. Das macht die Lage für Tourengeher und Skifahrer abseits gesicherter Pisten kaum einschätzbar. „Der Neuschnee überdeckt die im Altschnee vorhandenen Gefahrenstellen“, weiß Reinbacher, „ein Schneebrett kann bereits bei leichter Zusatzbelastung abgehen.“ Er rät, steile Bereiche zu meiden, und empfiehlt die Mitnahme von Lawinen-Piepser, -Schaufel, -Sonde und -Airbag.
Im Schnitt ereignen sich in Oberösterreich pro Saison vier Lawinenabgänge, bei denen Personen verschüttet werden. Alle zwei Jahre endet ein Abgang tödlich. So auch am 4. Februar 2010, als am Kasberg eine 29-jährige Linzerin nur noch tot geborgen werden konnte. Fast zeitgleich starben zwei Snowboarder aus OÖ im Pongau.
Gerald Winterleitner