Rita Aichinger-Thimm (32) ist verzweifelt. Der Wienerin fehlen plötzlich 500 Euro für die Versorgung ihrer Zwillinge Lara und Leon (10). Hintergrund: Aichinger- Thimm ist geschieden, ihr Ex- Mann kann oder will seit Jahren kein Unterhaltsgeld für seine Kinder zahlen.
In solchen Fällen springt der Staat ein – allerdings nur bedingt. Bis vor Kurzem erhielt die Zwillingsmama monatlich 520 Euro für ihre Kinder. Jetzt kürzte das Bezirksgericht den Betrag – ohne Begründung – auf 57 Euro pro Kind. Das ist rechtlich zulässig. Experten wie Elisabeth Wöran von der Plattform für Alleinerziehende sehen darin aber eine Gesetzeslücke: "Kinder können nichts dafür, wenn ihre Väter nicht zahlen. Wir fordern eine Mindestsicherung für Kinder." Rund 250.000 Kinder leben in Alleinerzieher-Familien, 15 Prozent davon ohne fixen Unterhalt.