PROJEKTNAME: Robin Powerhood - Die ökosoziale Energiegemeinschaft
PROJEKTTRÄGER: Verein Wohnen & GESA
KATEGORIE: Unternehmen
THEMENBEREICH: Energie
TEILNEHMERZAHL: Es werden derzeit 80 Haushalte in Energiearmut von 4 Spendern unterstützt
PROJEKTSTART: 2023
STATUS: ist immer noch aktiv
REGION: Wien
INSTITUTIONALISIERT ALS: Als Verein
WIRKUNGSFELD: Ganz Österreich
Darum geht es beim Projekt "Robin Powerhood - Die ökosoziale Energiegemeinschaft"
In Zeiten von stetig steigenden Energiekosten stellt die selbstständige Stromerzeugung eine vielversprechende Alternative dar, um unabhängig von künftigen Strompreiserhöhungen zu sein. Nicht jedoch für Menschen, die in Einkommensarmut leben und keine (Dach-) Fläche für Stromerzeugung zur Verfügung haben.
Seit der Novelle des EAG 2021 und des ELWOG 2010 ist es in Österreich möglich, als Nicht-Energiehändler Energie zu verteilen, zu verkaufen oder auch zu spenden. Letzteres kommt eher selten zum Einsatz. Ziel dieses Projekts ist, der Energiearmut in Niederösterreich mit einer Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) entgegenzuwirken.
Mit diesem Projekt werden in Energiearmut lebende Menschen von den ökologischen sowie ökonomischen Vorteilen erneuerbarer Energien profitieren und damit Teil der Energiewende sein. Die Energie für diese Gemeinschaft kommt von Unternehmen, Gemeinden oder auch Privatpersonen, die ihre überschüssige Energie entgeltlos spenden.
Dieser Strom wird nicht - wie herkömmlich - ausschließlich an einen Energiehändler verkauft, sondern bei Verfügbarkeit und Verbrauch an in Energiearmut lebenden Menschen (eventuell Gis-Befreiung) oder an Einrichtungen, welche Menschen in Wohnungsnot beherbergen, gespendet.
Vergangenheitswerte zeigen, dass Menschen, die ihren Strom einspeisen, pro kWh weniger als die Hälfte bezahlt bekommen, als Menschen, die diesen am Markt einkaufen müssen. Diese Preissituation macht sich diese Energiegemeinschaft zunutze.
Beispiel Vorkrisenniveau: Entgangene Einspeisevergütung des Spenders 5 [Cent/kWh]
– Alternativkosten des Spendenempfängers (Arbeitspreis) 10 [Cent/kWh]
– Durch diese Preissituation hat sich der Wert der Spende verdoppelt. Beispiel Stand heute: Entgangene Einspeisevergütung des Spenders 18 [Cent/kWh] [Annahme: Die Übergewinnsteuer wird auch den ÖeMAG Preis beinhalten]
– Alternativkosten (Arbeitspreis) des Spendenempfängers 33 [Cent/kWh]
– Durch diese Preissituation hat sich der Wert der Spende beinahe verdoppelt. Laut Angaben der Koordinierungsstelle Energiegemeinschaften wird es ab ca. Ende 2024 möglich sein, seinen Einspeisezählpunkt zu splitten, wodurch anzunehmen ist, dass sich auf der Spenderseite ein neues Potential ergeben wird.
Durch diese Energiespende soll jedoch zusätzlich ein netzdienliches Verhalten sowie der achtsame Umgang mit Energie gefördert werden. Eine Lösung unter Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) soll auf Basis von Vergangenheitswerten der Smart Meter, der Sonneneinstrahlung, den Tageszeiten und den Feiertagsverteilungen usw. eine Erzeugungs- sowie Verbrauchsprognose der Energiegemeinschaft für den jeweiligen Folgetag bzw. die jeweilige Folgewoche erstellen.
Diese Prognose löst das Datenmanagementproblem bestehender Energiegemeinschaften und bietet damit eine Entscheidungsgrundlage für die Verschiebung flexibler Lasten. Durch den Anreiz, den gespendeten Strom zu nutzen, wird der Verbrauch mit der Erzeugung der Energiegemeinschaft synchronisiert.
Durch regelmäßige, gamifizierte Informationen an Menschen in Energiearmut, mit der Information, zu welcher Zeit erneuerbar erzeugte Energie gratis (nur Netzkosten und Abgaben) zur Verfügung steht, trägt diese Energiegemeinschaft zur Dekarbonisierung des Energiesystems bei.
Zusätzlich werden erneuerbare Energien für Menschen in Energiearmut positiv besetzt. In diesem Projekt sollen vorhandene Forschungsarbeiten und Ergebnisse in einem innovativen Kontext mit eingebaut werden.
Weitere Informationen unter www.robin-powerhood.at.
Heute For Future-Award im Gespräch mit Valentin Neuhauser vom Verein Wohnen & GESA
Was zeichnet das Projekt aus bzw. wie unterscheidet es sich von anderen?
Es gibt bereits viele Energiegemeinschaften in Österreich. Jedoch wird in keiner außer unserer das Thema Energiearmut bekämpft. Deswegen glauben wir fest daran, dass wir mit unserem Projekt einen großen Beitrag leisten können.
Was sollte geschehen, damit Ihre praktische Arbeit erleichtert wird? Wer sollte aktiv werden?
Für das Projekt ist Werbung derzeit das Wichtigste.
Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein, dass Ihr Projekt anderswo nachgemacht werden könnte?
Ziel ist es, die Idee einer österreichweiten ökosozialen Energiegemeinschaft groß zu machen, um viele Menschen davon profitieren zu lassen.
Haben Sie sich am Beginn Ihres Projektes an einem anderen Modellprojekt orientiert?
Nein.
Ist Ihr Projekt bereits in anderen Regionen nachgemacht worden?
Nein.
Glauben Sie, dass Ihr Projekt auch anderswo durchgeführt werden könnte?
Ja, auch im Ausland.