Rocker ließen Verräter in Kleid tanzen und Dreck essen

Landesgericht Wien
Landesgericht WienPicturedesk
Ein Rocker-Sextett musste heute vors Wiener Landl: Die Männer sollen einen "Verräter" schwer misshandelt und unglaublich erniedrigt haben.

Schreckliche und erniedrigende "Abreibung" für ein ausgeschlossenes Gruppenmitglied eines Rockerclubs: Sechs Männer (Erstangeklagter ist 37, Zweitangeklagter 23, Drittangeklagter 26, Viertangeklagter 27, Fünftangeklagter 25, Sechstangeklagter 26) mussten dafür heute wegen des Verdachtes der Vergewaltigung, schweren Nötigung und schweren Erpressung auf die Anklagebank am Wiener Landl.

1-Euro-Bitch

Auf die beiden Top-Anwälte Florian Höllwarth und Astrid Wagner wartete Schwerarbeit am Wiener Landesgericht: Denn das Opfer war einige Monate Mitglied einer OMCG-Bande (Outlaw Motorcylce Club) und wurde im September 2021 ausgeschlossen, weil er angeblich Clubgeheimnisse ausgeplaudert haben soll. 

Nach dem Ausschluss aus der Gang wurde das Opfer zu einer Aussprache in Wien-Floridsdorf gebeten. Am Treffpunkt musste das Opfer laut Anklageschrift in ein Auto steigen und wurde zur Wohnung des 37-Jährigen chauffiert. Dort soll der junge Mann genötigt worden sein, ein Kleid der Schwester des Erstangeklagten anzuziehen, zwei Mittäter schminkten das Opfer und malten ihm aufs Hirn: "1 Euro Bitch".

Der junge Mann wurde immer wieder als Verräter, H*** und Sch***** beschimpft und musste auf Aufforderung im Kleidchen tanzen. Dann sollen dem Opfer die Haare geschnitten worden sein, diese musste es in einer Wasserpfeife rauchen. Dabei soll dem Wiener laut Anklageschrift ein Stanleymesser angehalten und gedroht worden sein: "Wir schneiden Dir ein Ohr ab", "Wir schneiden Dir die Fingerkuppe ab".

"Angeklagte instabil"

Das Martyrium des Opfers erstreckte sich über mehrere Stunden: Der junge Mann musste Katzenfutter essen, Boden, Füsse und Schuhe ablecken und mit Tampons erniedrigende, sexuelle Handlungen vornehmen sowie Hinterteile küssen. Weiters würde das Opfer den Angeklagten jetzt 30.000 Euro schulden, weil es den Club verlassen habe. Würde der junge Mann nicht zahlen oder gar Anzeige bei der Polizei erstatten, wurde ihm mit der Vergewaltigung der Mutter gedroht.

Doch das Opfer fasste seinen Mut zusammen und ging zur Polizei, Beamte nahmen die Verdächtigen mit Hilfe der Cobra fest.

Die Anwälte Astrid Wagner und Florian Höllwarth, die insgesamt drei Angeklagte vertraten, meinten zu den Anschuldigungen: "Die Mandanten sind labil und instabil, es tut ihnen natürlich sehr leid. Sie haben sich durch den Gruppenzwang hinreissen lassen."

5 Jahre Haft

Die Urteile: Je fünf Jahre Haft für den 26-Jährigen und 27-Jährigen, vier Jahre Gefängnis für den 37-Jährigen, 3,5 Jahre Schmalz für den 25-Jährigen, 18 Monate Haft für den 37-Jährigen sowie drei Monate Haft für 26-jährigen Sechstangeklagten. Die Urteile sind bereits rechtskräftig. Die Höchststrafe wäre bei "schwerer Vergewaltigung" (weil Handlungen extrem erniedrigend waren, "Heute" liegt Anklage vor und verzichtet auf die bizarren Details) 15 Jahre gewesen, die Mindeststrafe 5 Jahre Haft. 

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