Rom erhöht Benzinsteuer für Erdbeben-Hilfe

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Der Ministerrat in Rom hat ein Paket mit Hilfsmaßnahmen für die Erdbeben-Gebiete geschnürt. Zur Finanzierung des Plans wurde eine Erhöhung der Benzinsteuer von zwei Cent pro Liter beschlossen.

Der Ministerrat in Rom hat ein Paket mit Hilfsmaßnahmen für die Erdbeben-Gebiete geschnürt. Zur Finanzierung des Plans wurde eine Erhöhung der Benzinsteuer von zwei Cent pro Liter beschlossen.

Die Regierung Monti hat außerdem beschlossen, dass die vom Erdbeben betroffenen Gemeinden sich nicht an den internen Stabilitätspakt halten müssen, der die Lokalverwaltungen zu strengen Einsparungen zwingt. "Die Krise in Italien wird sich wegen der Folgen des Erdbebens noch mehr verschärfen", prophezeit Italiens Unternehmerverband Confindustria.

Zahl der Todesopfer gestiegen

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens der Stärke 5,7 vom Dienstag in der norditalienischen Provinz Modena ist auf 17 gestiegen. In Medolla nahe der Stadt Modena wurde die Leiche eines Vermissten unter den Trümmern einer Fabrik entdeckt, teilte Italiens Zivilschutz mit. Bei den Opfern handelt es sich mehrheitlich um Arbeitnehmer, die unter den Trümmern ihrer Fabriken ums Leben gekommen sind.

Kritik an mangelnder Prävention

Seismologen rechnen mit einer langen Nachbebenserie im norditalienischen Raum. Die Erdstöße könnten sogar monatelang andauern. Italienische Geologen kritisierten unterdessen mangelnde Vorsorge vor schweren Erdbeben. Fast drei Millionen Menschen leben in Gebieten mit einem "hohen Erdbebenrisiko", während 21 Millionen Bürger in Gebieten mit einem "erhöhten Risiko" wohnen. In Italien gebe es aber kaum Prävention, kritisierten die Geologen. 725 Gemeinden in Italien seien von Erdbeben sehr bedroht, eine erhöhte Gefahr bestehe in 2.344 Gemeinden, vor allem in Mittel- und Süditalien.

Trauertag

Der kommende Montag wird in Italien ein Trauertag sein. Papst Benedikt XVI. hat seine Verbundenheit mit den Opfern und Betroffenen bekundet. Er sei den Verletzten und allen, die unter Entbehrungen litten, verbunden und wolle den Familien der Opfer sein aufrichtiges Beileid bekunden, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Benedikt XVI. rief die ganze italienische Nation zur Solidarität auf. Er hoffe, dass es zu einer baldigen Wiederaufnahme des normalen Lebens in der "so schwer geprüften" Gegend komme

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