RTL will "Das Supertalent" mit Neuerungen retten

Bild: RTL

Seit Jahren werden Talenten jeglicher Art im Fernsehen gesucht: Sänger, Tänzer, Models und Akrobaten. Nun ist Poptitan Dieter Bohlen für seine neue Staffel der Castingshow "Das Supertalent" verzweifelten auf der Suche nach ausergewöhnlichen Talenten. Da die Quoten der letzten Staffel sehr schlecht ausgesehen haben, hat der Sender RTLkurzerhand ein paar Neuerungen eingeführt, die für frischen Wind in der Castingshow sorgen sollen. Doch ob RTL mit diesen Verzweiflungstaten kommt weit kommen wird - ist fraglich.

Seit Jahren werden Talenten jeglicher Art im Fernsehen gesucht: Sänger, Tänzer, Models und Akrobaten. Nun ist mit diesen Verzweiflungstaten kommt weit kommen wird - ist fraglich.

Neue Jury

Als erstes hat RTL die Jury neu besetzt: Neben Dieter Bohlen wird auch . Und so läuft es bereits seit Jahren. Wenn die Quoten nicht mehr stimmen, wird bis auf Bohlen die ganze Jury erneuert. Ob Gercke, Darnell und Kretschmer allerdings mit der Anziehungskraft eines Thomas Gottschalk aus der letzten Staffel mithalten können, bleibt fraglich.

Weitere Neuerungen

Beim Austausch der Jury hat es RTL in diesem Jahr nicht belassen. Neue Jury - neues Quotenglück hatte sich ja auch schon in der Vergangenheit als Irrtum herausgestellt. Dieses Mal startet das Casting-Spektakel am 28. September und wird ordentlich verschlankt - anstatt 16 Folgen wie noch im Jahr 2011, wird es nur zwölf Folgen geben. Außerdem wird jeder Juror bei jedem Auftritt buzzern müssen - und so gibt es neben einem roten Rauswurf-Buzzer nun auch die grüne Variante für Talente, die wiederkommen sollen.

Ob sich diese Neuerungen im Kampf um bessere Quoten auszahlt, wird sich noch weisen. Casting-Formate jeglicher Art scheinen nach so vielen Jahren einfach überholt und für viele Zuseher nicht mehr interessant zu sein. Auch die Castingshow mussten in den letzten Staffeln schlechtere Zuseherzahlen einbüßen.

ProSieben musste seine Castingshow einstellen.

Ist der Casting-Wahn vorbei?

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes "TNS Emnid" im Auftrag der Zeitschrift "TV Digital" im Jahr 2012 hat ergeben, dass die Mehrheit der Deutschen keine Fortsetzung von Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" oder "Popstars" will. Laut der Umfrage hofften 68 Prozent auf das Aus von "Popstars", und 57 Prozent hatten genug von "DSDS". Neben der Modelshow "Germanys Next Topmodel" sendete VOX dieses Jahr noch eine neue Model-Coachingshow: "Das perfekte Model". Bei der Umfrage stimmten 77 Prozent der Befragten gegen eine zweite Staffel der neuen Sendung, 67 Prozent wünschten sich auch keine Fortsetzung von "GNTM".

Im Interview mit "TV Digital" versucht der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen die Umfrageergebnisse zu erklären: "Das Format demontiert sich selbst, weil das Publikum systematisch unterschätzt wurde. Jeder kennt mittlerweile die Dramaturgie, wie solche Sendungen aufgebaut sind. Das immer gleiche Melodrama aus Hoffen und Bangen, Absturz und Verzweiflung, stets mit dem gleichen Rollenpersonal: der Streber, der Schönling, die Zicke usw. Diese aggressiven Inszenierungsrituale führen in eine Inszenierungsfalle."

"Daraus folge der allmähliche Untergang der Casting-Gesellschaft", so der Medienwissenschaftler gegenüber "TV Digital". Außerdem hätte längst jeder begriffen, dass es bei den Shows nicht darum geht, echte Superstars oder internationale Topmodels zu finden. Sondern darum, "die eigenen TV-Zuschauer möglichst effektiv an die werbetreibende Wirtschaft zu vermitteln. Die sogenannten Stars sieht man nur Monate nach ihrem TV-Sieg Baumärkte eröffnen".

Für all jene, die von Castingshows noch nicht genervt sind: Jeden Samstag ab 20.15 Uhr turnen, tanzen oder trällern ab dem 28. September auf RTL wieder die Möchtegern-Supertalente über die Bohlens Showbühne.

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