Die Abwicklung der Musterung verläuft bei der Stellungskommission für gewöhnlich nach einem strikten Zeitplan. Rund 10.000 junge Männer aus Niederösterreich werden jährlich auf ihre Tauglichkeit geprüft. Täglich kann die Stellungskommission unter normalen Umständen bis zu 60 Stellungspflichtige mustern, heuer waren über weite Strecken nur 20 pro Tag möglich.
Durch die Corona-Maßnahmen entstand somit in diesem Jahr aber ein beträchtlicher Rückstau. "In Niederösterreich warten aktuell mehr als 2.800 Stellungspflichtige auf ihren Musterungstermin. Es ist höchst an der Zeit, diesen Rückstau aufzuarbeiten, anstatt die jungen Niederösterreicher weiter in der Luft hängen zu lassen. Frau Bundesminister Tanner ist gut beraten, dieses Problem endlich anzupacken", sagt der FPÖ-Landtagsabgeordnete Jürgen Handler.
„Jeder junge Stellungspflichtige hat ein Recht auf einen möglichst raschen Entscheidungsprozess und soll nicht monatelang vor unvollendete Tatsachen gestellt werden“, fordert Handler mehr Tempo. Zudem bezeichnet der Freiheitliche aus Niederösterreich die Einführung der Teiltauglichkeit mit ersten Jänner 2021 als "unausgegorene Hauruck-Aktion".
Aktuell wird fast jeder Vierte der Stellungspflichtigen als „untauglich“ eingestuft. „Neben einer Reihe von körperlichen Einschränkungen steigen vor allem die psychischen Probleme junger Stellungspflichtiger kontinuierlich an. Da darf man nicht einfach wegschauen und zur Tagesordnung übergehen“, warnt Handler vor einer reinen „Symptompolitik“, indem man die Tauglichkeitskriterien herabstuft. „Die Politik muss das Problem an der Wurzel packen und sich der Ursachen annehmen“, fordert Handler.
"Es muss doch unser aller Ziel sein, junge, gesunde und körperlich fitte Männer zur Musterung zu bringen, damit das Bundesheer und der Zivildienst weiterhin ordentlich funktionieren. Einfach die Qualitätsstandards herunterzufahren, ist der falsche Weg", spricht sich Handler für eine Gesundheitsoffensive für Kinder aus.