"Das ist untragbar und widerlich. Der sofortige Rücktritt des Gföhler ÖVP-Bürgermeisters Karl Simlinger ist unausweichlich." So sieht das als Erster der grüne Nationalratsabgeordnete Albert Steinhauser. Grund ist der "Heute"-Bericht, wonach Simlinger in einer Stadtratssitzung gesagt hat: "Mir gehen die Scheiß-Asylanten sowieso am Oasch, aber schuld sind die Pressefritzen, die gehören aufgehängt, de san wia de Juden!".
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Steinhauser sieht auch ÖVP-Bundesparteichef Michael Spindelegger in der Pflicht. "Sollte der Bürgermeister nicht freiwillig das Feld räumen und sich weiter so sonderbar verantworten, dass er nur den Duden zitiert hätte, wird der ÖVP-Obmann für klare Verhältnisse sorgen und einen Trennstrich ziehen müssen. Für einen antisemitischen ÖVP-Bürgermeister gelten die gleichen Maßstäbe, die man bei einem FPÖ-Politiker anlegen würde", betont Steinhauser.
Auch nicht "am Stammtisch tolerierbar"
Ähnlich sieht das die SPÖ Niederösterreich. Sollten sich die Vorwürfe gegen Simlinger bestätigen, müsse er sein Amt zur Verfügung stellen. Derartiges Gedankengut sei "nicht tolerierbar - weder am Stammtisch und schon gar nicht in der Politik", so Robert Laimer, Landesgeschäftsführer der niederösterreichischen Roten.
Anzeige wegen Verhetzung
Das Mauthausen Komitee begnügt sich nicht mit einer Rücktrittsforderung nach diesem "Eklat", das MKÖ hat bereits Anzeige wegen Verhetzung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht.
Simlinger denkt nicht an Rücktritt
Die niederösterreichische ÖVP hat sich von Simlingers Aussage distanziert. Der Stadtvater selbst denkt nicht an einen Rücktritt. Er habe das so nicht gesagt, so Simlinger laut ORF Niederösterreich. Vielmehr ortet er eine Intrige gegen ihn als Bürgermeister.