"Gewand privat gekauft": Jetzt spricht Strache

Mit einem langen Posting wendet sich der ehemalige FPÖ-Chef auf Facebook an seine Anhänger. An den Vorwürfen sei nichts dran, sagt er.
Der ehemalige FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache gerät immer weiter in Bedrängnis. Wie berichtet, soll er seiner Partei auch private Ausgaben als Spesen verrechnet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Veruntreuung, es gilt die Unschuldsvermutung.

Zuletzt tauchten sogar Berichte auf, dass Strache die Suspendierung aus der Partei drohen könnte.

Keine Kreditkarte

"Nein, es gab kein Spesenkonto für mich, sondern für das gesamte FPÖ-Team in meinem Büro und ich hatte ausdrücklich keine 'Partei-Kreditkarte'", schreibt Strache nun auf Facebook in einem langen Posting, in dem er Medien und politische Gegner angreift. Er schrieb die Stellungnahme auf seinem privaten Profil, später landete sie auch auf der Seite "HC Strache", deren Administratorenrechte nun bei der FPÖ liegen.

Diese Spesen seien für "Benzin, Unterkünfte, Essen, Einladungen bei Bürgerstammtischen, diverse Gastgeschenke bei Einladungen, Repräsentationsaufwand" und weitere Aufwendungen angefallen. Privat habe Strache in den vergangenen Jahren sowieso zu wenig Zeit gehabt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Selbstverständlich habe ich mein Gewand privat gekauft", heißt es weiter. "Lediglich für diverse Werbeshootings im Zuge von Wahlen und Wahl-TV-Auftritte wurde mir das Outfit zur Verfügung gestellt bzw. die Spesen durch Genehmigung des Präsidiums und nach Prüfung des Finanzreferenten und Rechnungsprüfers übernommen." Seine Ehefrau Philippa habe niemals Spesen über die FPÖ abgerechnet.

Große Enttäuschung

Der Ex-Parteichef räumt ein, dass Sicherheitskosten und "speziell genehmigte Sach- und Repräsentationskosten" zum Teil aufgrund eines Präsidiumsbeschlusses der FPÖ Wien übernommen worden seien. Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp bestätigte außerdem einen Mietkostenzuschuss der Partei für Straches Haus in Klosterneuburg in der Höhe von 2.500 Euro im Monat, weil dort auch Delegationen empfangen worden seien.

Strache kommt auch auf seinen ehemaligen Bodyguard zu sprechen. Dieser wurde in der Nacht auf Dienstag verhaftet und soll über Jahre Spesenabrechnungen von Strache gesammelt haben. "Natürlich ist meine Enttäuschung über diesen Mitarbeiter grenzenlos", so der Ex-FPÖ-Chef. "Niemals hätte ich einem Menschen in meinem engen Umfeld einen derart verleumderischen Plan zugetraut. Über Jahre hinweg ... Mit dem klaren Ziel und Auftrag, meine Person politisch und gesellschaftlich vernichten zu wollen."



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