Wirtschaft

Russen ärgern sich über neue US-Sanktionen

Neue US-Sanktionen gegen Russland wegen Giftgas-Anschlag in Großbritannien. Moskauer Börse bricht ein, Banken stürzen ab.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:50

Grundlage für die neuen US-Strafmaßnahmen sei, dass die russische Regierung "chemische oder biologische Waffen eingesetzt hat". Damit sei gegen internationales Recht verstoßen worden, meldete das US-Außenministerium.

Auf welche Weise die US-Präsident Donald Trump Russland ab Ende August sanktionieren will, verschwieg das Ministerium. Es handle sich aber um Sanktionen, die sensible Güter der nationalen Sicherheit beträfen.

Die Vorgeschichte: Der Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter waren im März im südenglischen Salisbury mit dem Gift Nowitschok vergiftet worden. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Der seltene Kampfstoff war vor Jahrzehnten in der damaligen Sowjetunion entwickelt worden. Allerdings experimentierten später auch andere Länder in Europa mit dem Nervengift.

Großbritannien hatte nach dem Anschlag erklärt, es gebe keine andere plausible Erklärung als die Täterschaft Russlands. Viele Staaten schlossen sich dieser Version an. Beweise legte die britische Regierung bislang nicht vor. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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Kreml reagiert grantig



Der Kreml hat die neuen Wirtschaftssanktionen der USA scharf kritisiert. "Russland hatte und hat damit nichts zu tun", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Die russische Führung versuche zunächst herauszufinden, um welche Strafmaßnahmen es genau gehe. Vorher lasse sich auch nicht über Gegenmaßnahmen reden, sagte Peskow.

Moskauer Börse im Keller

An der Moskauer Börse schickte aber allein die Aussicht auf neue US-Sanktionen die Kurse großer Staatsunternehmen in den Keller. So gab die Aktie der Fluggesellschaft Aeroflot um 12 Prozent nach. Stark betroffen waren auch die Großbanken Sberbank und VTB. Washington sei und bleibe ein unzuverlässiges Gegenüber in der internationalen Politik, sagte Peskow.

(GP)