Russen-Bischof macht Jagd auf Wagners Tannhäuser

50.000 Opernfans unterschrieben für die Tannhäuser-Inszenierung in Nowosibirsk und selbst das Gericht widersprach den Vorwürfen von Erzbischof Tichon , doch nichts half: Operndirektor Boris Mesdritsch musste gehen. Schuld an dem Theaterskandal: Jesus spielt in der Inszenierung der Wagner-Oper mit und wird im Bordell gezeigt.

'Tannhausergate' continues in Novosibirsk. Director of famous Novosibirsk theatre fired
— Siberian Times (@siberian_times)

Gläubige waren empört, weil der "Dreck" Steuergelder verschlingt. Der Erzbischof gab zwar zu, die Oper nie gesehen zu haben, aber schon allein das Plakat stoße ihm sauer auf, denn das zeige Jesus und nackte Frauenbeine.

Experten: Keine Gotteslästerung

Dem gegenüber steht, dass Religionsexperten vor Gericht aussagten, dass die religiösen Symbole so eingesetzt wurden, dass man bei Gott nicht von Gotteslästerung reden könne. Bedenkt man, wie die russische Rechtsprechung mit nach deren Auftritt in einer Kirche umgegangen ist, will das etwas heißen. Immerhin wurden zwei von drei ins Straflager - wegen "Verletzung religiöser Gefühle".

Intellektuelle wetterten gegen die "Hetzjagd" und forderten die Kirche auf, sich nicht in weltliche Angelegenheiten einzumischen. Geholfen hat es nichts. Einmischunge der Kirche haben in Russland Tradition.

7.000 Besucher jubelten über "skandalösen" Jesus

Zu Verdanken haben die Russen die Tannhäuser-Inszenierung dem bejubelten Regie-Nachwuchsstar Timofej Kuljabin. 7.000 Menschen sahen die Oper, jedes Mal gab es tobenden Applaus. In seiner Version der Oper wurde Tannhäuser zum Regisseur, der den Erotikfilm "Venusgrotte" dreht. Einer der Schauspieler ist Jesus. Kein Wunder, dass er öfter von leicht bekleideten oder fast nackten Damen umringt ist.

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