Der italienische Fußball-Erstligist Hellas Verona muss nach rassistischen Gesängen bei der Begegnung gegen Napoli in einem der nächsten Heimspiele auf einen Teil der Fans verzichten. Das teilten der Klub und die Serie A mit.
Während der Begegnung waren Neapels dunkelhäutige Profis Kalidou Koulibaly und Victor Osimhen beleidigt worden. Osimhen hatte bei Napolis 2:1 beide Tore erzielt. Darüber hinaus sanktionierte die Liga Hass- und Schmähgesänge der Verona-Fans gegen die Gäste-Anhänger aus Süditalien. Verona war in der Vergangenheit sehr oft durch rassistische Zwischenfälle aufgefallen und wurde nun erneut sanktioniert. Im Spiel gegen den Genua Anfang April muss der Ultra-Sektor im Stadion somit frei bleiben.
"Das sind keine Bestien, das sind Tiere"
Just die Ultras der Norditaliener hatten schon vor dem Spiel bereits für einen Eklat gesorgt. In der Nacht auf Sonntag wurde in der Nähe des heimischen Bentegodi-Stadions ein Banner angebracht, auf dem neben der russischen und der ukrainischen Flagge die GPS-Koordinaten von Neapel zu sehen waren. Es war eine Aktion, die an Geschmacklosigkeit kaum zu übertreffen war. Damit wollten die Hellas-Chaoten Neapel wohl zur Zielscheibe für russische und ukrainische Luftangriffe anbieten. Darunter prangte der Schriftzug der Curva Sud, einer rechtsextremen Fan-Gruppierung Hellas Veronas.
Das Plakat sorgte für großes Entsetzen. Ein Twitter-User meinte beispielsweise: "Wie weit der menschliche Schwachsinn gehen kann …" Ein anderer meinte: "Das Plakat ist ein Beispiel für das rassistische, gewalttätige, unmenschliche und barbarische Denken bestimmter Menschen. Das sind keine Bestien, das sind Tiere." Ein User forderte den Ausschluss des Vereins von allen Meisterschaften und ergänzte: "Die Gesellschaft tut nichts, um sich von dieser verdammten rassistischen und faschistischen Öffentlichkeit zu befreien, in der sie sich befindet."
Ermittlungen wegen Kriegsplakat
In diesem Fall ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Den Verantwortlichen droht ein Verfahren wegen Anstiftung zu einem Verbrechen unter erschwerenden, rassistischen Umständen, wie der stellvertretende Staatsanwalt Bruno Francesco Bruni der Zeitung "Corriere del Veneto" sagte. Politiker und Sportfunktionäre waren empört über das Plakat.