Russen-Panzer - Invasion oder Gespenster?

Bild: Reuters

Im Ukraine-Konflikt steht auch am Tag danach die Grenzüberschreitung des russischen Militärkonvois im Focus der Debatte. In der Nacht auf Freitag hatten 23 gepanzerte russische Mannschaftstransportwagen mit Tanklastwagen die Grenze zur Ukraine passiert. Moskau erntet dafür internationale Kritik, dementiert aber und spricht von einer Fiktion.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf, dem "Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze ein Ende zu setzen". Die USA verlangten von den Russen, die "extrem gefährlichen und provokativen" Versuche zur Destabilisierung der Ukraine zu unterlassen. Moskau habe "kein Recht, Fahrzeuge, Personen oder Fracht jeglicher Art" in die Ukraine zu schicken ohne deren Erlaubnis.

Nach Angaben aus Kiew waren , worauf die ukrainische Armee mit Artilleriebeschuss reagierte. Die meisten Fahrzeuge sollen zerstört worden sein.

Beweisfotos für "Gespenster"

Schwedens Außenminister Carl Bildt erklärte, dass es für die Invasion Fotobeweise gebe. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bestätigte "einen russischen Einmarsch". Die USA bemühen sich nun um weitere Informationen. Russland bestreitet den Vorfall. "Es gibt keinen russischen Militärkonvoi, der angeblich die russisch-ukrainische Grenze überquert hat", ließ das Verteidigungsministerium wissen. Die ukrainische Armee "zerstört Gespenster".

Hilfskonvoi steckt fest

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu versicherte außerdem, dass auch in den Hilfskonvoi für die Ukraine keine Soldaten involviert seien. Schoigu garantierte, dass der Konvoi "nicht als Vorwand für eine weitere Einmischung" diene.
Die fast 300 Lkw mit 1.800 Tonnen an Hilfsgütern warten noch immer ein paar Kilometer vor der Grenze. Die ukrainischen Grenzbeamten, die die Ladung kontrollieren, brauchen noch Dokumente des Roten Kreuzes. Die Russen ärgern sich über die "Verzögerung" und fordern zur Sicherheit der Rot-Kreuz-Mitarbeiter eine Waffenruhe.

Hilfe dringend nötig

Der selbsterklärte Ministerpräsident der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, forderte die Aushändigung der Hilfsgüter. Die Volksrepublik sei in einer "schlimmen humanitären Situation" und brauche die russischen Waren "wie Luft zum Atmen".

Krim braucht auch Hilfe

Die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim bat Russland unterdessen um eine Ausnahme bei dem Einfuhrverbot ukrainischer Lebensmittel. "Wir sind noch in einer Übergangsphase und noch immer wie siamesische Zwillinge mit dem Festland Ukraine", so der örtliche Landwirtschaftsminister.

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