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Russen-Raketen treffen Holzattrappen statt Panzern

Russische Drohnen können hölzernen Attrappen nicht von echten Artilleriebatterien unterscheiden. Das berichtet jetzt ein US-amerikanisches Blatt.
Nikolaus Pichler
31.08.2022, 15:45
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Das ukrainische Militär setzt im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren laut einem Bericht der "Washington Post" auch Waffenattrappen ein, um die Angreifer zu täuschen. Dabei gehe es etwa um hölzerne Nachbildungen moderner US-Raketensysteme, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ungenannte hochrangige Beamte aus den USA und der Ukraine.

Auf diese Weise seien die russischen Streitkräfte dazu gebracht worden, teure Marschflugkörper vom Typ Kalibr auf harmlose Replikate zu verschwenden. Das Blatt habe auch Fotos dieser Scheinziele begutachten können, hieß es weiter.

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Teure russische Raketen werden in die Irre geleitet

Russische Drohnen, die den Standort der vermeintlichen Raketensysteme an die Flotte im Schwarzen Meer übermittelten, könnten die Attrappen nicht von echten Artilleriebatterien unterscheiden. "Wenn die Drohnen die Batterie sehen, ist diese wie ein VIP-Ziel", zitierte die Zeitung einen ukrainischen Offiziellen. Nach einigen Wochen hätten diese Attrappen bereits zehn teure russische Kalibr-Raketen in die Irre geleitet. Angesichts des Erfolgs sei die Produktion der Replikate ausgebaut worden.

Ukraine beschützt ihre westlichen Waffensysteme

Die Nachbildungen könnten laut "Washington Post" auch ein Grund dafür sein, dass die Anzahl vermeintlich zerstörter westlicher Waffensysteme in russischen Berichten so hoch ausfalle, insbesondere mit Blick auf den US-Raketenwerfer Himars. "Sie haben behauptet, mehr Himars getroffen zu haben, als wir überhaupt geliefert haben", zitierte das Blatt einen US-Diplomaten. Gleichzeitig unterstreichen die Anstrengungen der Ukraine, die westlichen Waffensysteme zu schützen, welch grosse Bedeutung und Wichtigkeit diese für die Verteidigung der Ukraine einnehmen.

Der Einsatz der Attrappen ist eine von vielen asymmetrischen Taktiken, die die ukrainischen Streitkräfte anwenden, um sich gegen den größeren und besser ausgerüsteten Feind zu wehren. Zuletzt haben Kiewer Agenten gemäß "Washington Post" ebenfalls Eisenbahn- und Stromleitungen in den besetzten russischen Gebieten gesprengt und Sprengsätze in russischen Waffendepots gezündet.