Aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Internationalen Institut für strategische Studien (IISS) aus dem Vereinigten Königreich geht hervor, dass die Offenheit für den Gebrauch von strategischen Atomwaffen bei den Russen immer mehr ansteigt.
Als Hauptgrund dafür nennen die Forscher den nach wie vor ausbleibenden Erfolg der russischen Militäroperation in der Ukraine. Das Vertrauen in die konventionellen Streitkräfte neige sich langsam dem Ende zu, was aus russischer Sicht durch taktische Nuklearwaffen ausgeglichen werden könnte.
Drohungen aus dem Westen selbst Atomwaffen einzusetzen oder einen Kriegsverlauf mit hohen Opferzahlen zu billigen, seien für Russland nicht ernst zu nehmen. Dieser Faktor spielt eine ebenso große Rolle bei der Offenheit gegenüber taktischen Nuklearwaffen.
Man sei der Meinung einen Konflikt mit dem Westen, allen voran der NATO und den USA, so weit eskalieren lassen zu können, dass er dennoch kontrollierbar wäre. Ziel solcher drastischen Eskalationen wäre es eine westliche Kriegsunterstützung endgültig zu kappen oder die westlichen Staaten direkt zu einer Erfüllung russischer Forderungen zu bewegen.
So vielversprechend diese möglichen Endszenarien auf Russland wirken mögen, wäre eine dritte Möglichkeit, welche Eintreten würde sollte sich Moskau abermals verspekulieren, dass ein großer Atomkrieg vom Zaun gebrochen würde, der nichts außer beidseitige Auslöschung als Resultat hätte.