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Russen-Turner droht für Kriegssymbol ein Jahr Sperre

Iwan Kuljak provozierte an einem Wettkampf mit einem Kriegssymbol. Ende März wird er dafür wohl bestraft werden – wohl für ein ganzes Jahr.
20 Minuten
22.03.2022, 07:56

Der russische Turner Iwan Kuliak nutzte seinen Wettbewerb im Februar im katarischen Doha für eine Provokation und Nachricht. Der 20-Jährige trat mit einem aufgeklebten "Z" auf der Brust an. Der Buchstabe "Z" steht für den russischen Militäreinsatz in der Ukraine und wird von Kriegsbefürwortern oftmals verwendet.

Wie Valentina Rodionenko, die Koordinatorin von Russlands Turnverband nun gegenüber der Nachrichtenagentur Tass sagt, droht dem 20-Jährigen eine einjährige Sperre. Auch sie selbst wäre davon betroffen, wie sie weiter erklärt. "Es wurde gefordert, mich als Kopf der Delegation für ein Jahr zu disqualifizieren", so Rodionenko weiter. Die Delegation hat bereits einen Anwalt eingeschaltet, der die Sperre abwenden soll. Allerdings zweifelt Rodionenko daran.

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Anwalt eingeschaltet

Rodionenko meinte außerdem, dass der Entscheid alle russischen Athleten aufgrund des Einmarsches in die Ukraine zu verbannen, eine "Erniedrigung" ist. Außerdem kritisierte sie die Ukrainer und Ukrainerinnen beim Turnwettkampf Anfang März in Doha. "Die ukrainischen Athleten in Doha haben alle Regeln des Wettbewerbs verletzt, sie sind in ihre Nationalflagge gehüllt auf die Bühne gegangen und haben sich geweigert, an den Siegerehrungen teilzunehmen, wenn unsere Turnerinnen daran teilgenommen haben."

Zum Schluss sagt die Russin gegenüber der Nachrichtenagentur noch: "Ich möchte sagen, dass ich in meiner gesamten, sehr langen Trainerkarriere noch nie eine solche Demütigung erlebt habe, nicht einmal nach unserem Boykott der Olympischen Spiele in den USA 1984."

Mehrere Sportler nun mit Z auf der Brust

Die Ethikkommission des Turnverbands untersucht derzeit den Vorfall. Ein Entscheid wird Ende März erwartet. Als der Verband das Verfahren eröffnete, sprach man von einem "schockierenden Verhalten." Iwan Kuliak selber konnte das nicht verstehen. Er verteidigte sich wie folgt: "Man sagte uns, wir sollten unsere Flagge bedecken, was ich tat. Sie hatten bereits alles verbannt, was möglich war. Ich wollte nur zeigen, woher ich komme. Das ist alles." In seinen Augen würde das Symbol für «den Sieg und den Frieden» stehen.

Mittlerweile hat sich nicht nur Iwan Kuliak mit dem Symbol gezeigt. Bei einer Rede von Präsident Wladimir Putin am Freitag, erschienen mehrere bekannte Athleten mit dem Z auf der Jacke. Darunter mehrere Olympia-Medaillengewinner und Gewinnerinnen. Auch die Eiskunstlaufzwillinge Airina und Dina Averina waren vor Ort. Das besondere dabei: Laut Medienberichten, posteten sie auch Bilder vom Event in den sozialen Medien. Dabei sollen sie aber das Z-Symbol verpixelt haben.