Nach einer neuen russischen Angriffswelle ist am Donnerstag in der Ukraine der Betrieb mehrerer Anlagen der Gasinfrastruktur vorübergehend gestoppt worden. "Infolge des Angriffs wurden Gasförderanlagen in der Region Poltawa stillgelegt", teilte der größte private Energieversorger des Landes, DTEK, in den sozialen Medien mit. Der Chef des Gasunternehmens Naftogaz, Serhij Koretzkyj, sagte: "Es gab Treffer und Zerstörungen in mehreren Regionen gleichzeitig. Der Betrieb mehrerer wichtiger Anlagen wurde eingestellt".
Laut ukrainischer Armee hat Russland in der Nacht mehr als 300 Drohnen – darunter auch welche mit Streumunition – und 37 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. 283 Drohnen und fünf Raketen konnten abgefangen werden.
"In diesem Herbst nutzen die Russen jeden einzelnen Tag, um unsere Energieinfrastruktur anzugreifen", erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Schon am Mittwoch musste die Ukraine nach russischen Angriffen auf Energieanlagen in weiten Teilen des Landes die Stromversorgung massiv einschränken.
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 greift Moskau jeden Winter gezielt die Energieinfrastruktur an und zwingt Kiew dazu, die Versorgung zu unterbrechen und Energie aus dem Ausland zu holen.
Auch heuer hat Russland mit Beginn des Herbstes seine Angriffe auf die Energieversorgung verstärkt. Es gibt große Sorgen, dass Millionen Menschen bei eisigen Temperaturen ohne Strom auskommen müssen.